Preise gleichen sich an
Nach anfänglicher Skepsis zeigt sich offenbar eine positive Entwicklung bei der Weitergabe des Tankrabatts. Die Monopolkommission wertete erste Daten aus und sieht Anzeichen dafür, dass die angepeilte Entlastung der Autofahrer nun greift. Nach dem Start des Rabatts am 1. Mai waren die Preise zunächst nur unvollständig gesunken. Beobachter sprachen von einer nur teilweisen Umsetzung.
Doch die Dynamik änderte sich im Laufe der ersten Woche. Laut den nun vorliegenden vorläufigen Ergebnissen der Monopolkommission näherte sich die Preisentwicklung der vollständigen Weitergabe. Ein Vergleich mit der Entwicklung in Großbritannien zeige ein ähnliches Bild.
Der öffentliche und politische Druck auf die Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber war in den vergangenen Wochen enorm. Dies könnte nach Einschätzung der Monopolkommission maßgeblich zur nun beobachteten Angleichung beigetragen haben, auch wenn die endgültige Bewertung noch aussteht.
Strukturelle Probleme bleiben
Die Monopolkommission sieht in der weitgehenden Weitergabe des Rabatts jedoch keinen Widerspruch zu den strukturellen Wettbewerbsproblemen auf dem deutschen Kraftstoffmarkt. Bereits Ende Februar, nach Beginn des Iran-Kriegs, waren die hiesigen Kraftstoffpreise stärker gestiegen als in Frankreich oder Großbritannien.
Dies lasse sich konsistent mit den festgestellten Wettbewerbsdefiziten im Großhandel erklären. Der Markt für Tankstellen selbst sei aber trotz hoher Konzentration noch der wettbewerbsfähigste Teil der gesamten Wertschöpfungskette, so die Experten.
Eine belastbare und endgültige Einschätzung der Auswirkungen des Tankrabatts ist laut Monopolkommission erst auf Basis eines längeren Beobachtungszeitraums möglich.


