Optimismus trotz harter Realität
Die Erwartungen für die deutsche Wirtschaft haben sich im Mai spürbar aufgehellt. Mit einem Wert von -10,2 Punkten liegen die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nun 7,0 Punkte über dem Vormonat, wie das Institut am Dienstag mitteilte. Dennoch verharren die Aussichten weiterhin im negativen Bereich.
Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage trübt sich dagegen weiter ein. Der entsprechende Lageindikator fiel um 4,1 Punkte auf aktuell -77,8 Zähler.
Kriegsende und Konjunkturimpulse als Hoffnungsträger
ZEW-Präsident Achim Wambach erklärte, dass die Experten auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs hoffen. Dieser Konflikt im Nahen Osten spielt eine zentrale Rolle in der Einschätzung der zukünftigen Konjunkturentwicklung. Gegenwärtig drücken jedoch die schwache Industrieproduktion, steigende Energiepreise und eine Inflationsrate oberhalb der Zwei-Prozent-Marke auf die Stimmung.
Für die zweite Jahreshälfte 2026 zeichnet sich laut Wambach ein vorsichtiges Erholungspotenzial ab, das aber stark von einer Deeskalation des Nahost-Konflikts und der Wirksamkeit staatlicher Konjunkturprogramme abhängt.
Branchenspezifische Unterschiede
Die Salden der einzelnen Wirtschaftszweige präsentieren ein geteiltes Bild. Deutliche Verschlechterungen verzeichnen sowohl die Automobilbranche (-57,2 Punkte) als auch der Maschinenbau (-32,1 Punkte) sowie die private Nachfrage (-41,6 Punkte).
Im Gegensatz dazu gibt es Lichtblicke in anderen Sektoren. Besonders die Informationstechnologien dürfen sich über verbesserte Aussichten freuen und steigen um 12,1 Punkte auf einen Saldo von 56,6 Punkten. Auch die Metallproduktion und die Baubranche zeigen positive Entwicklungen.
Eurozone zieht ebenfalls an
Auch für die gesamte Eurozone hellt sich die Stimmung auf. Der entsprechende Index verzeichnet im Mai einen kräftigen Anstieg um 11,3 Punkte auf -9,1 Punkte. Die Bewertung der aktuellen Lage in der Kernzone verbesserte sich marginal um 1,6 Punkte auf -41,4 Zähler.




