Rekord fällt nach 66 Jahren
Der alte Bestwert stammt vom 29. Februar 1960. Damals wurden in Müllheim im Markgräflerland 22,5 Grad registriert – ein Wert, der Jahrzehnte hielt. Nun wurde er übertroffen.
Nach vorläufigen Daten des Deutscher Wetterdienst war Ohlsbach am Freitag der wärmste Ort Deutschlands. Das Thermometer zeigte exakt 23,0 Grad an. Bemerkenswert: Müllheim lag auch diesmal wieder ganz vorne. Dort wurden erneut 22,5 Grad gemessen – exakt der alte Rekordwert.
Nicht nur Ohlsbach: Der ganze Südwesten ungewöhnlich warm
Ohlsbach war kein Ausreißer. In vielen Regionen Baden-Württembergs kletterten die Temperaturen deutlich über die 20-Grad-Marke. Auch in Stuttgart wurden 21,5 Grad erreicht. Mehrere Messstationen meldeten neue Tageshöchstwerte für den 27. Februar, teils sogar neue Monatsrekorde.
Meteorologen sprechen von einem „ungewöhnlich warmen Wintertag“. Das Wort „Winter“ klingt dabei fast fehl am Platz.
Wärmste Orte liegen im Schwarzwald
Auffällig: Die Spitzenwerte stammen aus Gemeinden, die zur Ferienregion Schwarzwald gehören. Ohlsbach, Müllheim, Emmendingen – sie alle liegen im Südwesten Baden-Württembergs.
Der Schwarzwald zeigte sich frühlingshaft. Sonnenschein, milde Luft, kaum ein Hauch von Frost. Für Spaziergänger ein Geschenk. Für Klimaforscher ein weiteres Puzzleteil in einer größeren Entwicklung.
Wie lange hält dieser Rekord?
Dass der bisherige Rekord 66 Jahre Bestand hatte, unterstreicht die Dimension dieses Ereignisses. Ob die neue Marke ähnlich lange bestehen bleibt, gilt allerdings als fraglich.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Extremwerte häufiger auftreten. Mildere Winter, frühere Vegetationsphasen, mehr Temperaturspitzen – die Tendenz ist bekannt.
Fakt ist: 23 Grad am 27. Februar markieren einen neuen Höchststand in der deutschen Wettergeschichte. Und sie werfen eine Frage auf, die über diesen Tag hinausgeht: Wenn Ende Februar schon Rekorde fallen – was bringt der Sommer?
