Iran-Krieg dämpft Aussichten

ZEW-Umfrage: Deutsche Konjunkturerwartungen stürzen ab

ZEW-Umfrage: Deutsche Konjunkturerwartungen stürzen ab

ZEW (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Zuversicht der Wirtschaftsexperten für die deutsche Konjunktur ist im April auf ein neues Tief gesunken. Die ZEW-Erwartungen fallen deutlich ins Negative. Schuld sind neben steigenden Preisen vor allem Sorgen um die Energieversorgung und deren Folgen für Investitionen, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung berichtet.

Dunkle Wolken über der deutschen Wirtschaft

Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben im April einen herben Dämpfer erlitten. Mit einem Wert von -17,2 Punkten liegen die Aussichten laut Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) nun 16,7 Zähler unter dem Vormonatsergebnis. Die schlechte Nachricht aus Mannheim am Dienstag war klar: Die Hoffnung auf eine baldige Besserung schwindet.

Auch die Einschätzung zur aktuellen Wirtschaftslage trübt sich weiter ein. Der Lageindikator fiel um 10,8 Punkte auf nunmehr -73,7 Zähler. Ein Wert, der Pessimismus widerspiegelt.

Iran-Krieg als Belastung

„Die Erwartungen fallen ins Negative“, kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die Ergebnisse. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs seien weitreichender als nur steigende Preise. „Die Sorge vor einer längerfristigen Verknappung des Energieangebots hemmt Investitionen und schwächt die Wirkung staatlicher Impulse“, so Wambach.

Branchen unter Druck

Besonders harte Einschläge sind in bestimmten Industriezweigen zu verzeichnen. Die Automobilbranche zeigt sich zwar noch relativ stabil mit einem Saldo von -44,2 Punkten. Deutlich düsterer sehen die Prognosen jedoch für die Chemie- und Pharmaindustrie (-11 Punkte im Vergleich zum März) sowie die Stahl- und Metallproduktion (-21 Punkte) aus.

Selbst die Baubranche, die zuletzt oft als widerstandsfähig galt, rutscht mit -3,8 Punkten ins Minus.

Auch Eurozone leidet

Der Negativtrend beschränkt sich nicht auf Deutschland. Auch die Erwartungen für die gesamte Eurozone zeigten im April einen deutlichen Rückgang. Der Index verlor 11,9 Punkte und liegt nun bei -20,4 Zählern. Die Einschätzung der aktuellen Lage in der Währungsunion verschlechtert sich ebenfalls und fällt mit -43 Punkten um 13,1 Zähler niedriger aus als im Vormonat.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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