Hunderte protestieren im Intranet

ZDF-Mitarbeiter gegen KI-Leak: „Nützliche Idioten“

ZDF-Mitarbeiter gegen KI-Leak: „Nützliche Idioten“
Foto: ZDF-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Nach der Affäre um KI-generierte Bilder im "Heute-Journal" rumort es weiter beim ZDF. Hunderte Mitarbeiter wenden sich im Intranet gegen einen unbekannten Kollegen, der eine Krisensitzung heimlich mitschnitt und weitergab. Sie fürchten um ihre Reputation und werfen dem Leaker vor, dem Sender und seinen Mitarbeitern massiv geschadet zu haben.

Interne Wut nach Leak

Fast 600 Mitarbeiter des ZDF haben einen Kommentar von Personalratsmitglied Hubert Krech im Intranet mit „Gefällt mir“ markiert. Krech wendet sich darin direkt an den anonymen Informanten, der offenbar interne Aufnahmen und Mitschriften einer Krisensitzung an verschiedene Medien weitergab, darunter das Portal „Nius“.

Krech hält wenig von der Motivation des Leakens: „Du hältst Dich für einen Helden, weil Du es dem ZDF und den Chefs mal ’so richtig gezeigt hast‘? Hast Du das wirklich?“ Der Personalrat sieht in der Aktion einen schweren Vertrauensbruch gegenüber der Belegschaft.

Krieg gegen den Sender?

Besonders scharf kritisiert Krech, dass der Leaker „Leute mit Infos gefüttert“ habe, „die nur ein Ziel haben: ARD und ZDF zu schaden“. Er wirft dem Unbekannten vor, damit „Tausenden von Kolleginnen und Kollegen ins Gesicht gespuckt“ zu haben. Besonders die Kollegen, die sich in der angesprochenen OpenCR-Versammlung geäußert hatten, seien nun Portalen ausgeliefert, „die einen Krieg gegen uns führen“.

Der Personalrat bezeichnet den Leak als katastrophale Aktion: „Ich glaube, Du bist für diejenigen, die uns zerstören wollen, nur ein ’nützlicher Idiot‘. Du wirst benutzt, um uns zu schaden.“ Die Veröffentlichung der internen Gespräche belastet die Stimmung im Sender erheblich.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)