Tempo 30 könnte hunderte Fußgängerleben retten
Wenn in Deutschland innerorts grundsätzlich Tempo 30 gelten würde, könnten im Jahr 2025 laut einer aktuellen Studie Hunderte Fußgängerleben gerettet werden. Die Untersuchung der Björn-Steiger-Stiftung wirft ein Schlaglicht auf die Risiken im Straßenverkehr.
Schwerpunkt: Unfälle beim Fahrbahnüberqueren
Besonders häufig traten im Erhebungszeitraum sogenannte Überschreiten-Unfälle auf. Dabei werden Fußgänger beim Überqueren der Fahrbahn außerhalb von Kreuzungen von Fahrzeugen erfasst. Laut Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Stiftung, ist die Geschwindigkeit der Autos hierbei ein maßgeblicher Faktor.
Mängel an Zebrastreifen
Ein Viertel dieser gefährlichen Kollisionen ereignete sich an Fußgängerüberwegen. Die Studie deckte auf, dass in rund einem Drittel dieser Fälle erhebliche, sicherheitsrelevante Mängel festgestellt wurden. Diese vermeintlichen Sicherheitsinseln vermittelten eine trügerische Sicherheit und seien inakzeptabel, so Brockmann. Sie müssten entweder korrekt gestaltet oder ganz entfernt werden.
Kinder und Senioren besonders gefährdet
Die Analyse zeigt zudem einen klaren Fokus auf Kinder und Senioren bei schweren Unfällen. Senioren werden oft übersehen, während Kinder häufig hinter Hindernissen hervorspringen oder plötzlich auf die Straße rennen. Die Studie fordert daher, regelkonforme Querungshilfen verstärkt an stark frequentierten Fußgängerwegen zu installieren. Brockmann betont, dass ein angepasstes Verhalten von Autofahrern, vor allem eine Sensibilisierung für die Gefahren nicht angepasster Geschwindigkeit, dringend notwendig sei, um viele Unfälle zu vermeiden.