Lebensretter warnen vor Flüssen, Übermut und Alkohol

Weniger Badetote in Baden-Württemberg – aber zwei Gruppen stärkerr Gefährdet

Weniger Badetote in Baden-Württemberg – aber zwei Gruppen stärkerr Gefährdet
Foto: DLRG

Sommer, Sonne, Badezeit – für viele Menschen gehören Ausflüge an Seen und Flüsse einfach dazu. Doch das kühle Wasser kann schnell lebensgefährlich werden. Neue Zahlen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zeigen: In Baden-Württemberg sind im vergangenen Jahr zwar weniger Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Gleichzeitig steigt das Risiko für zwei Altersgruppen deutlich.

Insgesamt 43 Menschen ertranken 2025 in Baden-Württemberg – fünf weniger als im Jahr zuvor. Dennoch schlagen die Lebensretter Alarm, denn besonders junge Erwachsene und Menschen mittleren Alters sind häufiger betroffen als zuvor.

Deutlich mehr Opfer unter jungen Menschen

Während die Zahlen in den meisten Altersgruppen zurückgingen, stiegen sie bei den 21- bis 30-Jährigen deutlich an. Hier verdoppelte sich die Zahl der Todesfälle von fünf auf zehn.

Auch bei den 41- bis 50-Jährigen gab es einen starken Anstieg. In dieser Altersgruppe stieg die Zahl der Opfer von einem auf sieben.

DLRG-Präsidentin Ute Vogt spricht von einer besorgniserregenden Entwicklung. Vor allem unter jungen Männern spielten häufig Übermut und Selbstüberschätzung eine Rolle. Auch Alkohol sei immer wieder ein Faktor bei Badeunfällen.

Männer besonders gefährdet

Ein Trend zeigt sich seit Jahren besonders deutlich: Die meisten Opfer sind Männer.

Von den 43 Menschen, die im vergangenen Jahr bei Badeunfällen in Baden-Württemberg ums Leben kamen,

  • 36 waren Männer
  • 4 waren Frauen
  • bei 3 Opfern war das Geschlecht nicht bekannt

Lebensretter beobachten immer wieder, dass Männer häufiger Risiken eingehen, etwa durch weite Schwimmstrecken, Sprünge ins unbekannte Wasser oder Baden unter Alkoholeinfluss.

Flüsse bleiben besonders gefährlich

Als besonders riskant gelten weiterhin Flüsse. Dort kamen im vergangenen Jahr 22 Menschen ums Leben. Ein Jahr zuvor waren es noch 14.

Auch Seen fordern immer wieder Opfer. In den Gewässern im Südwesten starben 15 Menschen (2024: 26). Weitere drei Menschen ertranken in Schwimmbädern.

Ein Problem: Viele Badeunfälle passieren an unbewachten Badestellen. Die DLRG warnt deshalb davor, alleine zu schwimmen oder unbekannte Gewässer zu unterschätzen.

Die gefährlichste Zeit des Jahres

Die meisten Badeunfälle ereignen sich im Hochsommer. Besonders viele Menschen kamen im vergangenen Jahr in den heißen Monaten Juni und Juli ums Leben – jeweils sieben. Weitere sechs Todesfälle wurden im August registriert.

Bei hohen Temperaturen steigt die Zahl der Badegäste an Flüssen und Seen deutlich. Gleichzeitig werden Gefahren wie Strömungen, kaltes Wasser oder Erschöpfung oft unterschätzt.

Ein weiteres Problem: Ertrinken passiert häufig unbemerkt.

Ertrinken ist leise“, warnen die Lebensretter. Wenn niemand eine Notlage bemerkt, kann Hilfe oft zu spät kommen.

Viele Kinder können nicht sicher schwimmen

Ein weiteres Problem sehen die Rettungsschwimmer beim Schwimmunterricht für Kinder. Nach Einschätzung der DLRG kann mehr als jedes zweite Kind nach der Grundschule nicht sicher schwimmen.

Ein Grund dafür ist der Mangel an Schwimmbädern und fehlender Unterricht im Wasser. Die Organisation fordert deshalb seit Jahren mehr Schwimmkurse und flächendeckenden Schwimmunterricht.

Denn wer nicht sicher schwimmen kann, bleibt ein Leben lang stärker gefährdet.

Wie man Badeunfälle vermeiden kann

Die DLRG empfiehlt einige einfache Regeln, um das Risiko im Wasser zu senken:

  • möglichst nur an bewachten Badestellen schwimmen
  • nicht allein ins Wasser gehen
  • Alkohol vor dem Baden vermeiden
  • Strömungen und kaltes Wasser nicht unterschätzen
  • bei längeren Strecken eine Schwimmboje nutzen

Die signalfarbenen Bojen können im Notfall wie ein kleiner Rettungsring genutzt werden.

Deutschlandweite Zahlen

Im bundesweiten Vergleich gab es die meisten Badeunfälle im vergangenen Jahr in Bayern mit 84 Todesfällen.

Es folgen:

  • Nordrhein-Westfalen: 48
  • Niedersachsen: 47

Mindestens 393 Menschen in Deutschland sind 2025 ertrunken.

Auch an den Küsten der Nord- und Ostsee kam es zu Todesfällen. Dort ertranken 22 Menschen.