Am Standort Bad Krozingen wurde am 24. März 2026 Geschichte geschrieben. Mit der Einweihung des Systems Artis Icono.vision von Siemens Healthineers beginnt eine neue Ära in der Behandlung komplexer Herzerkrankungen. Ob verengte Kranzgefäße oder defekte Herzklappen – die neue Technik ermöglicht den Ärzten einen Blick ins Innere, der bisher technisch unmöglich war.
KI rechnet den Herzschlag einfach weg
Die größte Hürde bei Herz-OPs war bisher die ständige Bewegung. Das Herz schlägt, Gefäße pulsieren, der Patient atmet – all das führt zu Unschärfen auf dem Monitor. Die neue Anlage löst dieses Problem mit künstlicher Intelligenz. Die Software rechnet Bewegungsunschärfen in Echtzeit heraus.
Prof. Dr. Dirk Westermann, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie, betont den enormen Mehrwert:
„Für unsere Patient*innen bedeutet die neue Anlage vor allem eines: Wir können Eingriffe noch genauer auf ihre individuelle Situation abstimmen. Weil wir verschiedene Formen der Bildgebung direkt im Eingriff zusammenführen, erhalten wir wichtige Informationen genau dann, wenn wir sie für die Behandlung brauchen.“

Weniger Strahlung, mehr Präzision: Die Vorteile
Die Weltpremiere ist nicht nur ein technologisches Spielzeug, sondern bietet handfeste medizinische Vorteile für die Betroffenen:
- Präzisere Planung: Vorhandene CT-Bilder können direkt in die Live-Darstellung während des Eingriffs eingebunden werden.
- Schonendere Behandlung: Dank der scharfen KI-Bilder wird deutlich weniger Kontrastmittel benötigt.
- Höhere Sicherheit: Die Strahlenbelastung für Patienten und Personal sinkt signifikant.
- Perfekte Stents: Durch die „CT-gestützte Stentimplantation“ können Ärzte millimetergenau bestimmen, wo eine Gefäßstütze platziert werden muss.
Freiburg als globaler Leuchtturm der Medizin
Dass Siemens Healthineers diese Anlage zuerst in Freiburg installiert, unterstreicht die internationale Bedeutung des Standorts. Seit 2022 ist das Herzzentrum offizielles Referenzzentrum des Medizintechnik-Riesen.
Prof. Dr. Frederik Wenz, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Freiburg, sieht darin eine Bestätigung der Strategie:
„Dass dieses Modell erstmals weltweit am Herzzentrum des Universitätsklinikums Freiburg eingesetzt wird, unterstreicht, dass unser ‚Industry-on-Campus‘ Konzept die enge Zusammenarbeit mit Siemens Healthineers und die hohe Expertise des Standorts stärkt.“
Auch vonseiten der Industrie wird die Partnerschaft gelobt. Doris Pommi, Leiterin Cardiovascular Care bei Siemens Healthineers, erklärt:
„Solche Fortschritte entstehen dort, wo klinische Erfahrung und technische Entwicklung eng zusammenarbeiten.“
Forschung für die Zukunft
Die Anlage wird in Bad Krozingen nicht nur für die tägliche Rettung von Leben genutzt, sondern dient auch der Wissenschaft. Gemeinsam mit den Experten vor Ort sollen neue diagnostische Algorithmen entwickelt werden, von denen künftig Patienten weltweit profitieren könnten.
Die Fakten zur Weltpremiere auf einen Blick
- System: Artis Icono.vision (Hersteller: Siemens Healthineers)
- Standort: Herzzentrum Bad Krozingen / UK Freiburg
- Technik: KI-gestützte 2D/3D-Bildgebung & Ultraschall-Integration
- Ziel: Behandlung komplexer Gefäß- und Klappenerkrankungen
