Klein: „Selbstverständlich“ für jüdische Gemeinschaft
Felix Klein, der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und Antisemitismus-Bekämpfung, hat sich deutlich für eine Beteiligung von Juden am geplanten neuen Wehrdienst der Bundeswehr ausgesprochen. „Ich halte es für selbstverständlich, dass der neue Wehrdienst für Angehörige der jüdischen Gemeinschaft ebenso gilt wie für alle Teile der Bevölkerung“, sagte Klein dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Juden seien heute gleichberechtigt in der Truppe vertreten.
JSUD sieht „realitätsferne“ Debatte
Diese Haltung steht im Kontrast zur Jüdischen Studierendenunion (JSUD). Deren Vorsitzender, Ron Dekel, bezeichnete die Debatte um die Wehrpflicht als „teilweise realitätsfern“. Insbesondere fehle die Berücksichtigung der Lebensrealität von jungen Menschen mit Migrationshintergrund oder mit familiärer Geschichte, die belastende Erfahrungen mit deutscher Staatsgewalt gemacht haben. Angesichts der deutschen Geschichte und wachsendem Rassismus sei dies ein „eklatanntes Versäumnis“, so Dekel gegenüber dem RND.
Er erinnerte daran, dass selbst die Opfer jüdischer Soldaten im Ersten Weltkrieg die tief verwurzelte antisemitische Haltung in Teilen der Gesellschaft nicht geändert hätten. „Wären sie nicht im Krieg getötet worden, wären viele von ihnen später mit hoher Wahrscheinlichkeit in den Gaskammern durch ihre einstigen Kameraden ermordet worden“, betonte Dekel.
Zentralrat unterstützt Kurs der Bundesregierung
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, äußerte sich hingegen zustimmend zur geplanten Wehrdienst-Modernisierung. Die jüdische Gemeinschaft unterstütze den Kurs der Bundesregierung dabei, sagte er. Die jüdische Gemeinschaft engagiere sich bereits jetzt gleichberechtigt in der Bundeswehr.
