Leichter Dow Jones, Tech-Werte schwächer

US-Börsen nach Inflationsschock gespalten

US-Börsen nach Inflationsschock gespalten

New Yorker Börse (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die US-Börsen haben am Dienstag einen uneinheitlichen Handelstag hinter sich. Der Dow Jones konnte leichte Gewinne verzeichnen, während es für den Nasdaq 100 und den S&P 500 nach unten ging. US-Inflationsdaten sorgten für Verunsicherung.

Inflation steigt stärker als erwartet

Die Wall Street zeigte sich am Dienstag gespalten. Während der Leitindex Dow Jones am Ende des Handels bei 49.761 Punkten mit einem leichten Plus von 0,1 Prozent schloss, gerieten Tech-Werte unter Druck. Der Nasdaq 100 fiel um 0,9 Prozent auf 29.065 Zähler. Auch der breitere S&P 500 musste Federn lassen und gab 0,2 Prozent ab, was einem Stand von 7.401 Punkten entsprach.

Zinssenkungen vorerst vom Tisch

Auslöser für die gedämpfte Stimmung waren am Vormittag die US-Inflationszahlen für April. Die jährliche Inflationsrate kletterte auf 3,8 Prozent, nach zuvor 3,3 Prozent. Volkswirte hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Nach der Veröffentlichung der Daten ging es zunächst für alle Indizes nach unten, eine teilweise Erholung folgte jedoch im weiteren Handelsverlauf.

„Spätestens mit dem heutigen Zahlenwerk dürften Zinssenkungsdebatten vom Tisch sein“, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Er geht davon aus, dass auch der designierte Notenbankpräsident Kevin Warsh angesichts der aktuellen Inflationsentwicklung vorerst von Zinssenkungen absehen werde.

Energiepreise und Mieten treiben Teuerung

Gitzel sieht die anhaltenden Spannungen an den globalen Energiemärkten als Hauptgrund für die weiter steigende Inflation. Die Energiepreise legten im Monatsvergleich um 3,8 Prozent zu und trugen rund 40 Prozent zur gesamten Teuerungsentwicklung bei. Auch gestiegene Mieten trugen zum unerwartet starken Anstieg der Kerninflationsrate bei, die von 2,6 Prozent auf 2,8 Prozent kletterte.

Diese Entwicklung könnte auch die Wähler von US-Präsident Donald Trump verärgern. Trump habe versprochen, die Inflation zu senken, doch nun schmälern gestiegene Energiepreise das reale Einkommen der Bürger, so der Ökonom. Insbesondere beim Umgang mit der Inflation schneide der US-Präsident schlecht ab.

Euro und Gold geben nach, Öl steigt

Am Abend war die europäische Gemeinschaftswährung schwächer. Ein Euro kostete 1,1739 US-Dollar. Auch der Goldpreis zeigte sich mit einem Rückgang um 0,5 Prozent auf 4.714 US-Dollar pro Feinunze leichter.

Unterdessen stieg der Ölpreis. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 3,5 Prozent auf 107,90 US-Dollar.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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