Hohe Mobilisierung in den Städten
Bis zum Mittag zeichnete sich in Ungarn eine ungewöhnlich hohe Wahlbeteiligung ab. Das Nationale Wahlbüro gab bekannt, dass bis 13 Uhr bereits 54,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten. Zum Vergleich: Bei der letzten Parlamentswahl 2022 lag dieser Wert zu derselben Stunde lediglich bei 40,1 Prozent.
Diese Zahlen deuten auf ein starkes Interesse der Bevölkerung an der diesjährigen Abstimmung hin. Analysen legen nahe, dass vor allem in den Städten und unter jungen Wählern eine hohe Mobilisierung stattgefunden hat.
Orbans Kurs auf dem Prüfstand
Die Parlamentswahl in Ungarn erregt internationale Aufmerksamkeit. Die Möglichkeit, dass Viktor Orban und seine rechtsnationalistische Fidesz-Partei nach 16 Jahren an der Regierung abgewählt werden könnten, beschäftigt viele Beobachter. In den jüngsten Umfragen lag die Fidesz-Partei deutlich hinter der Tisza-Partei des konservativen Herausforderers Peter Magyar.
Orbans Wahlkampf setzte stark auf EU-Kritik und die Schürung von Kriegsangst, während Magyar sich als pro-europäisch und NATO-freundlich positionierte und vor allem die wirtschaftliche Lage sowie Korruption im Land anprangerte. In der Migrationspolitik scheinen sich die Positionen beider Parteien jedoch zu ähneln.
Insgesamt sind über acht Millionen ungarische Staatsbürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahllokale schließen heute Abend um 19 Uhr. Erste vorläufige Ergebnisse werden für etwa 20 Uhr erwartet.



