CEO López bremst Verkauf an indischen Konzern aus

Thyssenkrupp wehrt sich gegen „Verramschen“ der Stahlsparte

Thyssenkrupp wehrt sich gegen „Verramschen“ der Stahlsparte

Eine Thyssenkrupp-Stahlproduktion im Werk Duisburg (Archiv). Foto: dts Nachrichtenagentur

Thyssenkrupp-Chef Miguel López will seine profitabler gewordene Stahlsparte nicht zum Schnäppchenpreis an Jindal Steel verkaufen. "Ich werde den Stahl nicht verramschen", machte López deutlich und schloss eine Vereinbarung mit dem deutschen Wettbewerber Salzgitter kategorisch aus. Er sieht dank neuem Tarifvertrag und EU-Zöllen eine "exzellente Zukunft" für das Stahlgeschäft.

Stahl-Deal mit Jindal: López will mehr

Der Verkauf der Mehrheit an der Thyssenkrupp Steel an den indischen Konzern Jindal Steel stockt. Thyssenkrupp-Vorstandschef Miguel López hat im „Spiegel“ klare Kante gezeigt: „Ich werde den Stahl nicht verramschen“, sagte er. Dies gelte pauschal „für alle, die daran interessiert sind“.

Die Gespräche mit Jindal laufen zwar unvermindert weiter, doch die Erwartungen bezüglich des Verkaufspreises scheinen auseinanderzugehen. López begründete seine Haltung mit einer „erheblich verbesserten“ Bewertung der Sparte. Er verwies auf den mit den Arbeitnehmern vereinbarten Sanierungstarifvertrag, die geplante Übernahme der Beteiligung an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann (HKM) durch Salzgitter und die jüngsten EU-Stahlschutzzölle als positive Entwicklungen.

Keine Hintertür für Salzgitter

Ein Plan B, der eine Fusion mit dem heimischen Konkurrenten Salzgitter im Falle eines Scheiterns der Gespräche mit Jindal vorsieht, schloss López entschieden aus. „Auf keinen Fall“, betonte er. Thyssenkrupp setze auf eine schlankere, effizientere und vor allem klimafreundlichere Stahlproduktion.

Kritik an Vorgängern und EU-Politik

Der Thyssenkrupp-Chef übte versteckte Kritik an seinen Vorgängern. „Ich habe viel zerschlagenes Porzellan vorgefunden, als ich angefangen habe“, konstatierte López. „Vor 2023 haben wir Wert vernichtet in Dimensionen, die wirklich schlimm waren.“

Mit Blick auf die europäische Politik forderte López mehr Unterstützung für die heimische Industrie. „Made in Europe“ sei essenziell für ein widerstandsfähiges Europa. Stahl benötige man auch in Zukunft und er könne sauber produziert werden. Die von der EU-Kommission angedachten „Buy European“-Regeln bezeichnete er als „unprofessionell aufgesetzt“. Kritisch merkte er an, dass die EU zwar grünen Stahl vorschreibe, aber nicht explizit europäischen Stahl. Dies berge die Gefahr einer „massiven Abhängigkeit“ von asiatischem Stahl. Die von der Bundesregierung angekündigte Energieprämie von 1.000 Euro lehnt López ab. „Ich finde das nicht hilfreich“, sagte er und fügte hinzu, dass man sich an „undurchdachten Maßnahmen“ nicht beteilige.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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