Einkommensschere öffnet sich weiter
Wer auf der Tankstelle profitiert, wenn der Staat mit einem Rabattloride eingreift? Die Forscher der RWTH Aachen haben es errechnet: Haushalte im obersten Einkommenszehntel könnten im Schnitt rund 20 Euro im Monat sparen. Für die ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung bleibt dagegen nur eine monatliche Entlastung von etwa sechs Euro.
Teure Hilfe nur für wenige?
Der finanzielle Aufwand für den Staat ist beträchtlich: Schätzungen zufolge würde ein solcher Tankrabatt die Staatskasse jeden Monat rund 480 Millionen Euro kosten. Die messbare Auswirkung auf die Einkommensungleichheit, gemessen am Gini-Koeffizienten, fällt dabei fast vernachlässigbar gering aus – nur rund 0,007 Prozentpunkte. Experten sehen darin ein Zeichen, dass die Maßnahme ihr Ziel, gezielt bedürftige Haushalte zu unterstützen, verfehlt.
Klimaziele im Rückwärtsgang
Ein weiterer, fast schon ironischer Nebeneffekt: Nach einem Rückgang des Kraftstoffverbrauchs aufgrund hoher Spritpreise, könnte ein Tankrabatt diesen Trend umkehren. Steigende Verbräuche im privaten Sektor sind die Folge. Die Forscher warnen: Ein Rabatt schwächt das wichtige Preissignal für den Klimaschutz und konterkariert damit die Bemühungen um nachhaltigere Mobilität.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)


