Fehlanzeige bei der Entlastung?
Der Tankrabatt, der Autofahrer ab Mai entlasten soll, stößt auf scharfe Kritik. Ottmar Edenhofer, Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), sieht darin eine falsche Maßnahme. „Tankrabatt hört sich gut an, ist aber die falsche Maßnahme“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Laut Edenhofer wird der Rabatt nicht zu einer Verminderung der Importe führen, sondern die Nachfrage nach Öl und Gas eher noch anheizen. Die Folge: eine weitere Preissteigerung.
Hilfe für Exporteure, nicht für Bürger?
Dies würde vor allem ausländischen Exporteuren zugutekommen, während die Bürger, die auf ihr Auto angewiesen sind und ihre Wohnungen heizen müssen, leer ausgehen, so der Ökonom. Edenhofer schlägt stattdessen Einkommenshilfen vor, die gezielt auf Härtefall-Gruppen abzielen.
Der Wissenschaftler betont, dass die Politik schon längst hätte klarstellen müssen, dass der Verbrauch von Öl und Gas im Sinne der Energiesicherheit gesenkt werden müsse. Eine solche Notwendigkeit sei den Bürgern auch ohne äußeren Druck wie die Blockade der Straße von Hormus zu vermitteln, so Edenhofer. Die Angst der Politik, den Menschen diese notwendige Botschaft zu überbringen, bezeichnet er als absurd.
Europa muss unabhängig werden
Für Europa sieht Edenhofer mittelfristig die Notwendigkeit, den Verbrauch von Öl und Gas zu drosseln, um die Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen zu reduzieren. Dies sei nicht nur eine Frage des Klimaschutzes, sondern auch der Geopolitik. Eine solche Strategie könne sogar dazu beitragen, die internationalen Öl- und Gaspreise zu senken.
