Mehr Geld für Regionen mit Ängsten
Der Schlüssel liegt offenbar weniger in strukturschwachen Gebieten, als vielmehr in Regionen, die von strukturellem Wandel bedroht sind. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und internationaler Universitäten identifiziert, wie 100 Euro zusätzliche Infrastrukturförderung pro Kopf den AfD-Stimmenanteil um bis zu einem Prozentpunkt senken können.
Der Effekt zeigt sich vor allem dort, wo Menschen in CO2-intensiven Branchen wie der Stahl- oder Chemieindustrie arbeiten oder wo Produkte wie Verbrennungsmotoren hergestellt werden. In diesen Gebieten müssen die Menschen spüren, dass neue Perspektiven entstehen, wenn alte wegbrechen.
„Es muss bei den Menschen der Eindruck entstehen, dass vor Ort etwas Neues entsteht, wenn etwas anderes wegbricht“, erklärt Jens Südekum, Ökonom der Universität Düsseldorf und Mitautor der Studie, gegenüber dem Magazin „Spiegel“. Wirtschaftsförderung sei damit „das wirksamste Mittel gegen die AfD“.
Die Forscher plädieren dafür, über reine Strukturhilfen hinauszudenken. Auch Regionen, denen es aktuell noch gut geht, aber die von Abstiegsängsten geplagt werden, sollten in den Fokus der regionalen Wirtschaftsförderung rücken.

