Ex-Finanzminister kritisiert eigene Ära

Steinbrück schlägt Alarm: „Niemals so viele Herausforderungen“

Peer Steinbrück (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) beobachtet die aktuelle Lage Deutschlands mit großer Sorge. Er spricht von einer beispiellosen Verdichtung von Krisen, die er selbst in seiner langen politischen Laufbahn noch nicht erlebt habe. Zugleich übt er Selbstkritik an seiner eigenen Regierungsbeteiligung in der Ära Merkel und kritisiert die mangelnde Kommunikation der Politik.

„Elefanten im Raum“ übersehen

Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) warnt vor einer untypischen Anhäufung von Problemen in Deutschland. „Solange ich zurückdenken kann, habe ich eine solche Verdichtung von Herausforderungen nicht erlebt“, sagte Steinbrück in einem Gespräch mit dem „Spiegel“. Selbst die Finanzmarktkrise 2008/09 habe weniger drängende Konstellationen geboten.

Steinbrück kritisiert dabei auch die aktuelle politische Führung. Er wundere sich, wie wenig die Politik die Tragweite und die Folgen der aktuellen Zeitenwende vermittle.

Mit Blick auf seine eigene Zeit in der Regierung Merkel übt Steinbrück deutliche Selbstkritik. „Wir waren alle diejenigen, die die großen Elefanten im Raum nicht sehen wollten“, räumte er ein. Dazu zählten für ihn die Abwesenheit einer klaren Verteidigungsfähigkeit, ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit sowie der immense demografische Druck auf die Sozialstaatssysteme.

Auch Defizite in der Digitalisierung und Infrastruktur, gepaart mit zu geringen Investitionen in Bildung, seien zu lange ignoriert worden, so der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat. Diese und andere Punkte hätten über einen langen Zeitraum nicht die nötige Beachtung erfahren.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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