Ermittlungen nach Phishing-Attacken

Spionageverdacht: Generalbundesanwalt ermittelt bei Signal

Spionageverdacht: Generalbundesanwalt ermittelt bei Signal

Bundestagsvizepräsidentin Yvonne Magwas (Bundestags-Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der Generalbundesanwalt hat weitreichende Ermittlungen wegen Spionageverdachts gegen Nutzer der Messaging-App Signal aufgenommen. Dies bestätigte die Behörde im Zuge einer andauernden Phishing-Kampagne. Unter den jüngsten bekannten Betroffenen ist auch die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner. Die Attacken werfen ein Schlaglicht auf die Sicherheit sensibler Kommunikation im politischen und militärischen Umfeld.

Spionageverdacht bei Signal-Nutzern

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe ist eingeschaltet. Es geht um den Verdacht der geheimdienstlichen Agententätigkeit. Grund dafür sind erfolgreiche Angriffe auf Nutzer der verschlüsselten Messengerdienstes Signal.

Wie der Spiegel berichtet, ist diese Ermittlung von höchster Brisanz, da nicht nur die Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) betroffen ist. Auch Mitglieder des CDU-Präsidiums, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, nutzen die App zur Kommunikation. Merz‘ Signal-Konto zeigte nach Angaben des Verfassungsschutzes zwar keine Auffälligkeiten, doch die persönliche Konsultation durch das Bundesamt für Verfassungsschutz unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage.

Hohe Dunkelziffer befürchtet

Die Ermittlungen laufen seit Mitte Februar. Damals warnten das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) öffentlich vor der Phishing-Kampagne. Ein aktuelles Warnschreiben des BfV an die Fraktionsspitzen im Bundestag deutet auf zahlreiche weitere hochrangige Betroffene hin. Es wird von einer erheblichen Dunkelziffer ausgegangen.

Die Masche zielt offenbar nicht nur auf Politiker ab. Nach Informationen des Spiegels stehen auch Wirtschaftsvertreter, bekannte Journalisten und Militärangehörige der Nato im Visier der Angreifer. Berichte deuten darauf hin, dass Signal-Konten von Nato-Militärs bereits Ende 2023 kurzzeitig kompromittiert wurden. Bundeswehr-Angehörige sollen laut dieser Information nicht betroffen sein, dennoch hatte der Militärische Abschirmdienst (MAD) bereits im Januar vor der spezifischen Vorgehensweise gewarnt.

Russische Spuren

Niederländische Geheimdienste machten im März bereits russische staatliche Akteure für die laufende Angriffswelle verantwortlich.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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