Klare Forderung: Weniger Last für Beitragszahler

SPD-Kritik an Reform: „Pharmakonzerne müssen ihren Beitrag leisten“

SPD-Kritik an Reform: „Pharmakonzerne müssen ihren Beitrag leisten“

Tim Klüssendorf (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Kurz vor einer wichtigen Kabinettsentscheidung zur Krankenkassenreform hat SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf eine stärkere finanzielle Beteiligung der Pharmaindustrie gefordert. Er kritisiert den aktuellen Entwurf als zu einseitig zulasten von Familien und Versicherten. Deutschland habe bereits die höchsten Arzneimittelausgaben Europas.

SPD will Pharmakonzerne stärker in die Pflicht nehmen

Die geplante Krankenkassenreform steht unter Druck. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf fordert eine deutliche Kurskorrektur. „Ein großer Hebel liegt bei den Arzneimitteln“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Deutschland leiste sich die höchsten Pro-Kopf-Ausgaben für Medikamente in Europa. Dieses Problem müsse der nun vorliegende Gesetzentwurf angehen, anstatt die Lücken durch höhere Beiträge und Zuzahlungen zu stopfen.

Familien und Beitragszahler sollen nicht die Zeche für steigende Gesundheitskosten zahlen, so Klüssendorf weiter. Der aktuelle Entwurf sei unausgewogen. Er verlagere zu viel Last auf Menschen, die ohnehin schon hohe monatliche Beiträge stemmen. Verschärfte Zuzahlungen oder Einschnitte beim Krankengeld träfen genau diejenigen, die das System am Laufen hielten. Besonders Familien müssten geschützt werden. „Niemand soll am Monatsende überlegen müssen, ob das Rezept jetzt eingelöst wird oder erst nächste Woche oder ob der nächste Arztbesuch wieder aufgeschoben wird.“

Gesundheitsministerin offen für Änderungen

Die Versorgungssicherheit im Gesundheitswesen sei eine gemeinsame Aufgabe von Staat und Industrie. Klüssendorf mahnte, dass dies nicht allein über die Geldbeutel der Bürger finanziert werden dürfe. Die Pharmakonzerne müssten ihren fairen Anteil tragen.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte sich zuletzt gesprächsbereit gezeigt, was Änderungen am Sparpaket für die Gesundheitsausgaben angeht. Das Gesamtvolumen des Sparpakets müsse allerdings erhalten bleiben. Solange dies gewährleistet sei, sei sie offen für alternative Vorschläge, so Warken.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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