Streit um "Demokratie leben"

SPD kontert Priens Pläne: „Vergeltung gegen Zivilgesellschaft?“

SPD kontert Priens Pläne: „Vergeltung gegen Zivilgesellschaft?“

Karin Prien (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Sozialdemokraten werfen Bildungsministerin Karin Prien (CDU) vor, gegen den Koalitionsvertrag zu verstoßen und das Programm „Demokratie leben“ zum Instrument der Rache zu machen. Konkret geht es um die geplante Neuausrichtung und mögliche Kürzungen, die aus Sicht der SPD unbequeme zivilgesellschaftliche Akteure treffen könnten. Dies sei mit demokratischen Grundwerten nicht vereinbar, so die SPD.

Kritik von der Spree

Die SPD ist in Aufruhr. Konkret richtet sich die Kritik der Bundes-SPD gegen Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Es geht um die Zukunft des wichtigen Programms „Demokratie leben“. Die Genossen werfen der Ministerin vor, sich bei der geplanten Neuausrichtung nicht an die gemeinsamen Absprachen im Koalitionsvertrag zu halten.

Die geplanten Einschnitte würden zunehmend wie eine Retourkutsche wirken, so Felix Döring, zuständiger Berichterstatter der SPD-Fraktion, gegenüber dem „Focus“. Seine Worte: „Vergeltungsmaßnahme gegen unbequeme zivilgesellschaftliche Akteure.“ Ein klares Dementi zu Priens Kurs.

„Das widerspricht Demokratie“

Besonders scharf reagiert Döring auf die Einordnung von Fachkräften als „pauschal links“. Das sei eine Missachtung ihrer Arbeit und habe nichts mit gelebter Demokratie zu tun. „Wer zentrale Säulen dieses Programms infrage stellt oder streichen will, hätte das im Rahmen der Koalitionsverhandlungen einbringen müssen“, mahnt der SPD-Politiker.

Die SPD-Fraktion verteidigt die Rolle der Zivilgesellschaft. Gerade die bundesweiten Proteste des vergangenen Jahres hätten gezeigt, wie wichtig eine klare Stellungnahme sei. Kritik aus der Mitte der Gesellschaft sei ein Zeichen für eine lebendige Demokratie und dürfe nicht totgemacht werden. Priens Vorgehen sei daher „nicht vereinbar mit unserem Verständnis von demokratischer Kultur“.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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