Rückstand in der Ausbildung
Das Jurastudium muss nach Ansicht der nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Carmen Wegge dringend reformiert werden. Die Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion kritisiert insbesondere die fehlende Verankerung des Sexualstrafrechts im heutigen Curriculum. „Das Jurastudium ist der richtige Ansatzpunkt, um den Opferschutz zu verbessern und zu einer gerechteren Rechtsprechung zu kommen“, sagte Wegge dem Nachrichtenmagazin Focus.
Diese Lücke in der Ausbildung ist eine Schwachstelle. Wer später in Strafverfolgungsbehörden, Gerichten oder als Strafverteidiger arbeite, müsse sich mit den Feinheiten sexualisierter Gewalt auseinandersetzen können. Wegge warnt, dass das aktuelle Fehlen im Studienplan dieses Verständnis unnötig erschwere.
Auch die Istanbul-Konvention des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt müsse spätestens zum zweiten Staatsexamen verpflichtender Prüfungsstoff werden. Die Sozialdemokratin hofft auf eine baldige Auseinandersetzung mit diesen Themen durch die Justizministerkonferenz.
