Ministerpräsident will sich in Sachsen-Anhalt inszenieren

Schulze setzt auf Personenkult im Wahlkampf

Schulze setzt auf Personenkult im Wahlkampf
Foto: Sven Schulze (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Niederlage der Südwest-CDU bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg hat bei Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) eine klare Erkenntnis hinterlassen: Der persönliche Spitzenkandidat rückt immer mehr in den Fokus. Dies will Schulze nun auch für seinen eigenen Wahlkampf in Sachsen-Anhalt nutzen.

Lektionen aus Baden-Württemberg

„Umfragen sind das eine, das Ergebnis am Wahltag ist etwas anderes“, zitiert die „Welt“ Schulze. Er verweist auf die Grünen in Baden-Württemberg, die trotz anfänglich schlechter Umfragewerte stark abschnitten. „Am Ende kommt es vor allem auf den Spitzenkandidaten an – immer weniger auf Programme und Parteien.“

Diese Lehre will Schulze nun 1:1 auf Sachsen-Anhalt übertragen. Er erwartet eine Konzentration auf zwei Parteien, ähnlich wie im Südwesten zwischen CDU und Grünen. In seinem Bundesland wird dies voraussichtlich ein Duell zwischen CDU und AfD sein. „Wie wir in Baden-Württemberg gesehen haben, sind die Spitzenkandidaten entscheidend, daher wird der Wahlkampf in Sachsen-Anhalt stark auf mich zugeschnitten sein.“ Schulze sieht seine Regierungsarbeit als Chance, seine Vorstellungen für das Land zu präsentieren und kündigt an, sich von Umfragetiefs nicht beirren zu lassen.

Bundespolitik im Länderkampf

Obwohl Landtagswahlen stark von den jeweiligen Landesbedürfnissen geprägt seien, könne man die Bewertung der Bundesregierung nicht komplett ausklammern, so Schulze. Er registriert eine leichte Erholung der Union auf Bundesebene, fordert aber eine deutlichere Steigerung.

Klares konservatives Profil

Die CDU in Sachsen-Anhalt werde ein „deutliches bürgerlich-konservatives Profil“ zeigen, kündigte Schulze an. Man werde sich auf die Themen des Bundeslandes konzentrieren und auch mal anecken, um gehört zu werden. Als Beispiel nennt er seine Forderung nach einer Reform des europäischen Zertifikatehandels für die Industrie, die er für die Wirtschaft als notwendig erachtet, auch wenn er damit nicht auf Zustimmung in allen Teilen der Bundesregierung, insbesondere bei der SPD, stoße.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)

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