Experte warnt vor falschen Erwartungen

Regierungsberater widerspricht Merz bei Syrien-Rückkehrplänen

Regierungsberater widerspricht Merz bei Syrien-Rückkehrplänen
Foto: Ahmed al-Scharaa und Friedrich Merz am 30.03.2026, via dts Nachrichtenagentur

Winfried Kluth, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Integration und Migration, äußert scharfe Kritik an den Plänen von CDU-Chef Friedrich Merz zur Rückführung syrischer Geflüchteter. Kluth fürchtet, dass die angestrebte Rückkehr von 80 Prozent der Syrer binnen drei Jahren falsche Hoffnungen weckt und die Menschen verunsichert.

Sorge vor Verunsicherung

Der Plan von CDU-Chef Friedrich Merz, gemeinsam mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Scharaa 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer innerhalb von drei Jahren in ihre Heimat zurückzuführen, stößt auf deutliche Skepsis. Winfried Kluth, Chef des Sachverständigenrats für Integration und Migration, hält diese Erwartungshaltung für problematisch. Sie sorge für Verunsicherung bei den Betroffenen, sagte Kluth dem „Handelsblatt“.

Unsichere Lage in Syrien

Zwar sei der Wunsch nach Rückkehr angesichts des benötigten Wiederaufbaus in Syrien nachvollziehbar. Doch solange die Rückkehrenden keine Gefahr mehr fürchten und woanders sicher leben könnten, sei die Grundlage für humanitären Schutz oft nicht mehr gegeben. Ob eine sichere Rückkehr derzeit überhaupt möglich ist, sei fraglich. Berichte über fortwährende Gewalt und bewaffnete Auseinandersetzungen im Norden und Nordosten Syriens sowie die schwierige humanitäre und wirtschaftliche Lage mit zerstörten Straßen und Häusern sowie fehlenden Arbeitsplätzen und Wohnraum sprächen dagegen, so Kluth.

Arbeitsmarkt und Integration im Blick

Kluth mahnt zudem, die Interessen der Menschen, die in Deutschland bereits integriert sind und hier eine Zukunft haben, sowie die Bedürfnisse des deutschen Arbeitsmarktes zu berücksichtigen. Viele Syrer seien hier gut angekommen, arbeiteten und ihre Kinder gingen zur Schule.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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