Der Sonntagabend führt das Publikum diesmal nach Magdeburg. Dort wird eine junge Frau bei einem vermeintlichen Verkehrsunfall getötet. Sie war mit dem Fahrrad unterwegs, als sie an einer Kreuzung von einem Auto erfasst wird und noch am Unfallort stirbt.
Doch schnell wird klar: Es war kein Unfall.
Die Bremskabel ihres Fahrrads wurden zuvor gezielt durchtrennt. Für Hauptkommissarin Doreen Brasch beginnt damit ein Mordfall, der sie mitten in eine gesellschaftlich hoch aufgeladene Debatte führt.
Mord im Umfeld einer Praxis für Schwangerschaftsabbrüche
Die Tote arbeitete als Arzthelferin in einer Frauenarztpraxis, in der Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden. Die Praxis steht schon länger im Fokus radikaler Abtreibungsgegner.
Vor dem Gebäude finden regelmäßig Mahnwachen statt, dazu kommen Drohungen und Hassmails, die das Team der Praxis immer wieder erreichen.
Für Brasch liegt deshalb ein mögliches Motiv zunächst auf der Hand:
Könnte der Mordanschlag eine gezielte Botschaft gegen die Praxis sein?
Gemeinsam mit ihrem Vorgesetzten Kriminalrat Uwe Lemp beginnt sie, sowohl im Umfeld der Praxis als auch unter radikalen Aktivisten zu ermitteln.
Aktivistin unterstützt Frauen bei schwierigen Entscheidungen
Eine wichtige Rolle im Film spielt Lara Becker, eine Aktivistin, die Frauen als sogenannte „Abortion Buddy“ begleitet. Sie unterstützt Frauen ehrenamtlich bei Schwangerschaftsabbrüchen – etwa bei Arztbesuchen oder organisatorischen Fragen.
Zu den Frauen, denen sie hilft, gehört auch Dania, eine junge Polin. Sie reist nach Magdeburg, weil in ihrem Heimatland ein legaler Schwangerschaftsabbruch kaum möglich ist.

Dania (Nicola Magdalena Lüders), Lara Becker (Luna Jordan) und Dr. Schöller-Hahnfeld (Jenny Schily)
Für Dania ist der Weg nach Deutschland eine enorme Belastung. Sie muss allein in ein fremdes Land reisen, sich fremden Menschen anvertrauen und eine Entscheidung treffen, die ihr niemand abnehmen kann.
Der Film zeigt dabei nicht nur die kriminalistische Handlung, sondern auch die persönliche Situation der jungen Frau.
Brasch gerät zwischen Nähe und professioneller Distanz
Während die Ermittlungen laufen, entwickelt Kommissarin Brasch eine gewisse Sympathie für die Aktivistin Lara. Die junge Frau beeindruckt sie mit ihrer entschlossenen Art und ihrem Engagement.
Doch genau diese Nähe sorgt auch für Spannungen mit ihrem Vorgesetzten Lemp. Er mahnt Brasch, bei den Ermittlungen die notwendige professionelle Distanz zu wahren.

Dr. Schöller-Hahnfeld (Jenny Schily) und Maik Gerboth (Sebastian Jakob Doppelbauer) (h.r.)
Gleichzeitig tauchen neue Hinweise auf, die eine andere Spur eröffnen:
Auch persönliche Konflikte innerhalb der Praxis könnten eine Rolle gespielt haben.
Je tiefer Brasch in den Fall eintaucht, desto unklarer wird, welches Motiv tatsächlich hinter dem Mord steckt.
Drei Frauen im Zentrum der Geschichte
Der „Polizeiruf 110“ stellt bewusst drei unterschiedliche Frauenfiguren in den Mittelpunkt:
- eine Ärztin, die Schwangerschaftsabbrüche durchführt
- eine Aktivistin, die Frauen begleitet und unterstützt
- eine junge Frau, die selbst vor dieser Entscheidung steht
Die Geschichte zeigt damit verschiedene Perspektiven auf ein Thema, das gesellschaftlich stark diskutiert wird.
Besetzung des Polizeiruf 110
In der neuen Folge spielen unter anderem:
- Claudia Michelsen als Hauptkommissarin Doreen Brasch
- Felix Vörtler als Kriminalrat Uwe Lemp
- Luna Jordan als Lara Becker
- Nicola Magdalena Lüders als Dania
- Jenny Schily als Dr. Doro Schöller-Hahnfeld
- Sebastian Jakob Doppelbauer als Maik Gerboth
Die Folge wurde von Franziska Schlotterer inszeniert. Das Drehbuch stammt von Annika Tepelmann.
Gedreht wurde der Film im Juli 2025 in Magdeburg und Umgebung.
Sendetermin im Ersten
Die neue Folge „Polizeiruf 110: Your Body My Choice“ läuft:
- Sonntag, 8. März 2026, um 20:20 Uhr im Ersten
Eine Wiederholung ist geplant für:
- Dienstag, 10. März 2026, um 00:30 Uhr im Ersten
Nach der Ausstrahlung steht der Film üblicherweise auch für eine gewisse Zeit in der ARD-Mediathek zum Stream bereit.




