DAK kritisiert „pflegepolitischen Kahlschlag“
Der Chef der DAK-Krankenkasse, Andreas Storm, übt scharfe Kritik an den Plänen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Er spricht von einem „pflegepolitischen Kahlschlag“ und fordert die Bundesregierung auf, das Sparpaket zu stoppen und einen neuen Anlauf zu starten. Ohne Reformen droht der sozialen Pflegeversicherung laut DAK ein Defizit von über 22 Milliarden Euro in den nächsten zwei Jahren.
Heimbewohner vor=“erhöhten Kosten
Im Kern zielen die Sparpläne auf eine Kürzung der Zuschüsse für die Heimunterbringung ab. Die Ministerin hatte bereits angekündigt, die Gewährung der Zuschüsse zu „strecken“. Konkret bedeutet das: Die Erhöhung der staatlichen Zuschüsse, die derzeit mit der Dauer der Heimunterbringung steigen, soll gestaffelt und verzögert werden. Nach Informationen des „RND“ sollen die ersten Erhöhungen erst nach 18 Monaten, die zweite nach drei Jahren und die volle Förderung von 70 Prozent erst nach viereinhalb Jahren erfolgen.
Gutachten=“berechnet „20.000 Euro“Mehrbelastung
Die Auswirkungen dieser Änderungen hat der Pflegeexperte Heinz Rothgang von der Universität Bremen im Auftrag der DAK berechnet. Sein Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der Eigenanteil für Heimbewohner im Schnitt um 161 Euro pro Monat steigen würde. Über einen Zeitraum von viereinhalb Jahren summiert sich dieser Betrag auf knapp 20.000 Euro zusätzlich zu den bereits hohen monatlichen Kosten.
Aktuell zahlen Heimbewohner im Schnitt rund 3.200 Euro im Monat. Die Zuschüsse der Pflegeversicherung steigen derzeit progressiv: 15 Prozent im ersten Jahr, 30 Prozent im zweiten, 50 Prozent im dritten und 70 Prozent ab dem vierten Jahr der Unterbringung.
„Armutsrisiko“ Pflege steigt
Andreas Storm äußert zudem die Befürchtung, dass die Rentenansprüche von pflegenden Angehörigen durch die Reform halbiert werden könnten. Das „Armutsrisiko Pflege“ würde dadurch weiter zunehmen, so Storm. Er ist überzeugt, dass diese Maßnahmen die ohnehin bestehende Pflegekrise nicht lösen, sondern noch drastisch verschärfen würden.


