Mehrheit denkt über Verkauf nach
Ob die neuen Regeln für möbliertes Wohnen oder die stärkere Mietpreisbremse – das „Mietenpaket II“ der Bundesregierung hat eine klare Botschaft an private Vermieter: Die Regeln werden schärfer. Die Konsequenz: Laut einer aktuellen Befragung des Eigentümerverbands Haus und Grund spielen 60,5 Prozent der Vermieter mit dem Gedanken, ihre Mietobjekte zu verkaufen. Dies berichtet das „Handelsblatt“.
Gesamtheit der Maßnahmen belastet
Es sei nicht eine einzelne Regelung, die den Ausschlag gebe, so Haus und Grund. Vielmehr sei es die Summe der Vorhaben, die viele Vermieter zum Umdenken zwinge. Das Ziel der Bundesregierung ist klar: Mieterschutz ausbauen und Mietsteigerungen auf angespannten Märkten dämpfen.
Schonfristen bei Mietschulden kommen schlecht an
Besonders eine geplante Ausweitung von Schonfristen bei Mietrückständen stößt auf breite Ablehnung. 68,5 Prozent der Befragten bezeichnen dies als „starke oder sehr starke Einschränkung“. Laut Haus und Grund greifen diese Regelungen damit in einen Kernbereich des Vermietens ein: die Durchsetzbarkeit von Zahlungsansprüchen. Dies werde als „strukturell relevant“ empfunden.
Auch Indexmieten unter Beobachtung
Auch die geplante Einschränkung bei Indexmieten sorgt für Unruhe. Steigerungen über drei Prozent sollen künftig nur noch teilweise angerechnet werden. 26 Prozent der Vermieter sehen hierin eine starke Einschränkung. Indexmieten seien für viele ein wichtiges Werkzeug zur Risikosteuerung und zur Absicherung gegen Inflation, heißt es vom Verband.
Kai Warnecke, Präsident von Haus und Grund, wirft der Bundesregierung im „Handelsblatt“ vor, private Vermieter zu bestrafen. Dies senke die Investitionsbereitschaft und könnte den Neubau hemmen. Langfristig könnten so bezahlbare Wohnungen fehlen.

