Keine Erholung in Sicht
Der deutsche Mittelstand steckt fest. Der Datev-Mittelstandsindex, veröffentlicht in der Dienstagsausgabe der FAZ, zeichnet ein düsteres Bild: Während die Löhne branchenübergreifend um 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen sind, hat sich der Umsatz kaum bewegt. Lediglich ein zarter Anstieg von 0,2 Prozent steht zu Buche.
Beschäftigung schrumpft seit 2023
Parallel dazu geht die Beschäftigung im Mittelstand leicht zurück – um 0,2 Prozent. Diese negativen Trends sind kein neues Phänomen. Sie setzen sich seit Jahren fort: Steigende Lohnkosten treffen auf stagnierende Umsätze und eine nahezu monatlich schrumpfende Belegschaft, die seit 2023 schwächelt.
Stillstand unter Druck
Robert Mayr, Geschäftsführer der Datev-Genossenschaft, bringt die Situation auf den Punkt: „Das ist keine Erholung, sondern Stillstand unter Druck“. Die steigenden Lohnkosten bei gleichzeitig stockender Umsatzentwicklung belasten die Unternehmen spürbar.
Branchenspezifische Hiobsbotschaften
Besonders deutlich wird dies im Baugewerbe. Hier stiegen die Löhne im März um 7,9 Prozent. Gleichzeitig sank die Beschäftigung jedoch um 1,8 Prozent. Ähnlich im verarbeitenden Gewerbe: Bei einem Lohnzuwachs von 6,4 Prozent ging die Beschäftigung um 1,4 Prozent zurück. Auch die Gastronomie verzeichnet einen leichten Rückgang der Beschäftigung um 1,1 Prozent.
Frühindikator Logistik bricht weg
Der Hoffnungsschimmer vom Jahresanfang, der durch eine leichte Belebung im Umsatzindex und den Aufschwung in der Logistikbranche, einem traditionellen Frühindikator der Konjunktur, geweckt wurde, ist im März erloschen. Die nachlassende staatliche Nachfrage nach Infrastruktur- und Rüstungsgütern, die zunächst auch Zulieferer im Mittelstand erfasste, hat sich offenbar nicht fortgesetzt. Datev-Chefvolkswirt Timm Bönke spricht von einem „Abbruch dieser Belebung der Logistik im Mittelstand“.

