Spritpreise steigen überproportional
Die Benzin- und Dieselpreise an deutschen Tankstellen sind im Zuge des aktuellen Geschehens am Golf erheblich gestiegen. Eine Analyse des Ökonomen Johannes Schwanitz, über die der „Spiegel“ berichtet, legt nahe, dass die Mineralölwirtschaft aus dieser Entwicklung erhebliche Gewinne zieht.
Ölpreis nur geringfügig gestiegen
Die jüngsten Preissteigerungen für Kraftstoffe seien demnach weitaus stärker, als es die nur moderat erhöhten Einkaufskosten für Rohöl rechtfertigen würden. Die Standard-Rohölsorte Brent verteuerte sich zwischen Kriegsbeginn und dem vergangenen Freitag umgerechnet um etwa 8 Eurocent je Liter. Diesen geringen Anstieg konnten die Tankstellenpreise jedoch bei weitem nicht widerspiegeln.
Benzin und Diesel deutlich teurer
Der Durchschnittspreis für Super E5 stieg im selben Zeitraum von 1,77 auf 1,94 Euro pro Liter, eine Steigerung von 17 Cent. Rechnet man die Umsatzsteuer heraus, verbleiben den Anbietern etwa 14,3 Cent mehr – fast das Doppelte des Mehrpreises für Rohöl. Die Preisentwicklung bei Diesel ist noch drastischer: Der Liter verteuerte sich im Bundesdurchschnitt um 30 Cent von 1,74 auf 2,04 Euro. Netto erlösten die Tankstellenbetreiber so rund 25,2 Cent mehr pro Liter.
„Gewinnspanne ausgeweitet“
Ökonom Schwanitz wirft der Mineralölwirtschaft vor, die aktuelle Lage gezielt zur Ausweitung ihrer Gewinnspannen zu nutzen. Ähnliche Muster seien bereits während der Energiekrise im Jahr 2022 zu beobachten gewesen, als nach dem russischen Überfall auf die Ukraine die Kraftstoffpreise ebenfalls phasenweise stärker stiegen als der Rohölpreis. (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)

