Folgen für Arbeitsplätze steigen

Mehr Insolvenzen im Februar: Krankenhäuser und Kliniken besonders betroffen

Foto: Amtsgericht (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland lag im Februar deutlich über dem Vorkrisenniveau. Sorge bereitet besonders die Situation bei großen Arbeitgebern und im Gesundheitssektor. Prognosen deuten auf anhaltend hohe Insolvenzzahlen in den kommenden Monaten hin.

Insolvenzwelle reißt nicht ab

Im Februar 2024 mussten 1.466 Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland Insolvenz anmelden. Das sind fünf Prozent mehr als im Vormonat und zwei Prozent mehr als noch im Februar des Vorjahres. Vergleicht man die Zahlen mit der Zeit vor der Corona-Pandemie, ist das eine Steigerung von satten 58 Prozent.

Besonders dramatisch: Große Unternehmen mit vielen Mitarbeitern stehen verstärkt vor der Pleite. Im vergangenen Monat waren allein in den größten zehn Prozent der insolventen Firmen über 23.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Das ist ein Anstieg von 38 Prozent gegenüber Januar und 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Krankenhäuser kämpfen ums Überleben

Auffällig viele Insolvenzen gab es im Februar im Gesundheitswesen. Allein das Klinikum Friedrichshafen, das über 1.500 Mitarbeiter beschäftigt, musste Insolvenz anmelden. Dies ist ein deutliches Signal für die angespannte Lage vieler Krankenhäuser und Gesundheitsdienstleister.

Experten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) blicken besorgt in die Zukunft. Frühindikatoren, die auf kommende Insolvenzen hindeuten, erreichten im Februar den zweithöchsten Wert seit Beginn der Erhebung. Leiter Steffen Müller geht davon aus, dass die Zahlen im März nicht sinken werden. „Im April und Mai ist ein weiterer Anstieg der Zahlen wahrscheinlich“, sagte er. Die steigenden Insolvenzzahlen könnten in den kommenden Monaten zu erheblichen Einkommens- und Lohnverlusten bei den Beschäftigten führen.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)