ARD, ZDF und Verbände an Politik

Medienbranche schlägt Alarm: Schutz vor KI-Ausbeutung gefordert

Mikrofone von Journalisten (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Ein dringender Appell richtet sich von großen deutschen Medienhäusern an die Politik. ARD, ZDF und wichtige Medienverbände fordern dringend Maßnahmen, um die Inhalte vor der unkontrollierten Ausbeutung durch Künstliche Intelligenz zu schützen. Es geht um faire Rahmenbedingungen für die Zukunft der journalistischen Berichterstattung und die Sicherung einer vielfältigen Öffentlichkeit.

KI: Macht und Missbrauch im Presseraum

Die Angst geht um in den Redaktionsstuben: Was passiert mit unseren Jahren harter Arbeit, wenn KI-Systeme sie einfach absorbieren und für eigene Zwecke nutzen?

ARD, ZDF, der Bundesverband Digitalpublisher und Verleger (BDZV), der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (MVFP) und der Verband der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage Nordrhein-Westfalen (VAUNET) haben sich mit einer gemeinsamen Erklärung an die Öffentlichkeit gewandt. Ihr Anliegen: Sie wollen die Politik zum Handeln bewegen.

Konkret fordern die Medienexperten gezielte Regelungen im Medien-, Wettbewerbs- und Urheberrecht. Sie verlangen, dass Medienunternehmen die volle Kontrolle über die Nutzung ihrer Inhalte durch KI-Anbieter und Plattformen behalten. Das betrifft nicht nur das Training von KI-Systemen, sondern auch die Entwicklung von KI-basierten Konkurrenzprodukten, die journalistische Inhalte kopieren.

Faire Bezahlung für Inhalte

Die Entscheidungshoheit darüber, wie journalistische Inhalte verwendet werden, soll laut dem Appell allein bei den publizistischen Medienanbietern liegen. Ein weiterer zentraler Punkt ist die Forderung nach klar durchsetzbaren Rechten, die KI-Plattformen zur angemessenen Vergütung der Medienanbieter verpflichten, wenn sie auf deren Inhalte zugreifen oder sie wirtschaftlich verwerten.

Diese Vergütung müsste laut den Forderern an eine transparente Offenlegung der Nutzung und Verwendung der journalistisch-redaktionellen Inhalte gekoppelt sein.

Vielfalt gegen KI-Gatekeeper

Im Bereich des Medienrechts erhoffen sich die Unterzeichner eine konsequente Absicherung der Medienvielfalt. Sie sehen sich bedroht durch die immense Marktmacht digitaler KI-Gatekeeper. Große Tech-Plattformen spielen bereits jetzt eine zentrale Rolle bei der Verbreitung von Medieninhalten, eine Entwicklung, die durch generative KI noch verstärkt werde.

Die deutschen Medienanbieter sehen im kürzlich vom Europäischen Parlament mit großer Mehrheit angenommenen Bericht über Urheberrecht und generative KI einen Schritt in die richtige Richtung. Dieser Bericht sei eine klare Handlungsaufforderung an die EU-Kommission. Nun sei die Bundesregierung gefordert, sich aktiv in diesen Gesetzgebungsprozess einzubringen und die Anliegen der heimischen Medienlandschaft zu vertreten.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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