Vom Zoo Karlsruhe in die freie Wildbahn
Nero kam am 21. Mai 2025 im Zoo Karlsruhe zur Welt. Seit März 2026 lebte der Luchskuder im neu geschaffenen Koordinationsgehege im Tierpark Oberwald. Das naturnahe und weitgehend uneinsichtige Gelände bereitete ihn mit möglichst wenig Kontakt zu Menschen auf ein selbstständiges Leben vor.
Mit seiner Freilassung erreicht das baden-württembergische Artenschutzprojekt eine neue Etappe: Nach Angaben des Landes wurde erstmals ein im Südwesten geborener Luchs auch hier ausgewildert. Das Koordinationsgehege war eigens als Schnittstelle zwischen zoologischer Haltung und Wildbahn eingerichtet worden. Den Aufbau dieser sogenannten Karlsruher „Luchsschmiede“ hatte insideBW bereits begleitet.
14 erwachsene Luchse leben derzeit im Schwarzwald
Seit dem Start des Projekts „Luchs Baden-Württemberg“ im Jahr 2023 wurden damit sieben Tiere ausgewildert. Zusammen mit Luchsen, die selbstständig aus benachbarten Regionen zugewandert sind, leben laut Landesregierung aktuell 14 erwachsene Tiere im Schwarzwald.
Das Programm soll die Rückkehr der Art dauerhaft ermöglichen. Im Frühsommer 2026 wurde erstmals seit rund 200 Jahren Nachwuchs bei zwei ausgewilderten Luchsinnen bestätigt. Nero folgt auf die Luchskatze Luna, die im Juli 2026 in die Freiheit entlassen wurde.
Genetische Vielfalt soll wachsen
Nero stammt aus dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für den Karpatenluchs. Tiere aus zoologischen Einrichtungen sollen den Genpool der frei lebenden Population erweitern und deren Widerstandsfähigkeit stärken. Ziel ist langfristig eine lebensfähige, miteinander verbundene Luchspopulation in Europa.
Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg leitet das Landesprojekt. Beteiligt sind unter anderem der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe, der Landesjagdverband Baden-Württemberg, der WWF Deutschland und die Luchs-Initiative Baden-Württemberg. Fachlich begleitet wird das Vorhaben durch das Expertennetzwerk „Linking Lynx“.