Stärke und Erfolg betont
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich deutlich von den Äußerungen US-Präsident Donald Trumps distanziert, der den Austritt der USA aus der NATO angedeutet hatte. „Natürlich besorgen mich solche Aussagen“, erklärte Wadephul gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er unterstrich die zentrale Rolle des transatlantischen Bündnisses: „Die NATO ist für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland genau wie für die Sicherheit aller Bündnispartner von enormer Wichtigkeit.“
Erfolgreichstes Verteidigungsbündnis
Wadephul nannte die NATO das „erfolgreichste Verteidigungsbündnis der Welt“. „Wir sind stärker als je zuvor“, sagte er und verwies auf die jüngste Erweiterung um Schweden und Finnland. Auch die europäischen Verpflichtungen zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf fünf Prozent der Wirtschaftsleistung hob er hervor. In einer unsicherer gewordenen Welt sei es umso wichtiger, im Bündnis zusammenzustehen, mahnte der CDU-Politiker.
Trump nennt NATO „Papiertiger“
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in einem Interview mit der britischen Zeitung „Telegraph“ die NATO als „Papiertiger“ bezeichnet. Auf die Frage, ob er nach einem potenziellen Krieg mit dem Iran die NATO-Mitgliedschaft überdenken werde, antwortete er: „Oh ja, ich würde sagen, dass es über ein bloßes Hinterfragen hinausgeht.“
Zuversicht für die Zukunft
Trotz der kritischen Töne zeigte sich Wadephul zuversichtlich, dass ein Austritt der USA abgewendet werden könne. Er glaube, dass das „klare Bekenntnis und entschiedene Eintreten für das Bündnis die USA davon überzeugen werden, diese Erfolgsstory gemeinsam weiterzuschreiben“. Ein Austritt liege auch nicht im Interesse der USA. Darüber hinaus sei eine solche Entscheidung nicht alleiniger Wille des Präsidenten, sondern benötige die Zustimmung mindestens des US-Senats.
Deutschland als verlässlicher Partner
Der Außenminister betonte die Verlässlichkeit der USA auf Deutschland und die NATO, was sich nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eindrücklich gezeigt habe. „In Afghanistan hat Deutschland 20 Jahre an der Seite der USA gestanden. Wir haben Soldaten verloren, wir haben gekämpft, wir haben Einsatz gezeigt“, erinnerte Wadephul. Die Beistandspflicht nach Artikel 5 des NATO-Vertrags sei „eindeutig“ intakt, alle Partner stünden dazu und würden die Schlagkraft der NATO täglich unter Beweis stellen.
