Opposition: Kinder leiden

Kritik an GEAS-Reform vor Abstimmung

Kritik an GEAS-Reform vor Abstimmung
Foto: Flüchtlinge an einer Aufnahmestelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Kurz vor der Entscheidung über die Umsetzung der EU-Asylreform im Bundestag hagelt es Kritik von der Opposition. Grünen und Linke werfen der Koalition vor, humanitäre und verfassungsrechtliche Bedenken ignoriert zu haben. Insbesondere Kinder und Jugendliche könnten unter den verschärften Bedingungen leiden, so die Warnungen.

Gefahr für Kinder

Die Abstimmung im Bundestag über die Umsetzung der EU-Asylreform, dem Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS), steht kurz bevor. Doch die Opposition spart nicht mit deutlicher Kritik. Britta Haßelmann, Fraktionsvorsitzende der Grünen, äußert im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ ihren Unmut: „Nach monatelangen Verhandlungen hat die Koalition es nicht geschafft, humanitäre und verfassungsrechtliche Bedenken auszuräumen.“

Asylverschärfung seit 90ern?

Besonders scharf kritisiert Haßelmann die möglichen Folgen der Pläne von Union und SPD: „Leidtragende der schwarz-roten Reform werden insbesondere Kinder und Jugendliche sein, die zukünftig unter verschärften Bedingungen untergebracht werden können.“ Dies sei, so die Grünen-Politikerin, „nicht hinnehmbar“ und gehe in die falsche Richtung. „Diese Koalition macht das Gegenteil von dem, was wir brauchen: Europäische Solidarität, humanitäre Verantwortung und Ordnung“, betont sie.

Ähnlich deutlich fällt die Kritik von Clara Bünger, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, aus. Sie spricht von der „schwerwiegendsten Asylrechtsverschärfung seit den 1990er-Jahren“. Laut Bünger nutze die Bundesregierung die Gelegenheit, um Asylsuchende „noch stärker zu isolieren und sie immer häufiger auch einzusperren – auch Kinder.“ Diese Politik sei „menschenverachtend“ und behandle Geflüchtete wie Kriminelle. Die Linke kündigte bereits an, das Gesetz abzulehnen.