Finanzielle Notlage spitzt sich zu
31,9 Milliarden Euro – so hoch war das Finanzierungsdefizit von Gemeinden und Gemeindeverbänden im Jahr 2025. Das Statistische Bundesamt (Destatis) meldete am Mittwoch den traurigen Rekord, der den bisherigen Spitzenwert von 2024 um satte 7,1 Milliarden Euro übertrifft. Die Lücke zwischen Ausgaben und Einnahmen klafft immer weiter auseinander.
Mehr Kredite nötig
Rund 7,5 Prozent der kommunalen Ausgaben konnten im vergangenen Jahr nicht durch reguläre Einnahmen gedeckt werden. Die Folge: Eine Zunahme bei der Aufnahme von Kassenkrediten. Bis Ende September 2025 stieg die Verschuldung hierdurch um 16,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Kernhaushalte besonders betroffen
Verantwortlich für den Großteil der Misere sind die Kernhaushalte der Kommunen. Hier wuchs das Defizit um 5,1 Milliarden Euro auf 29,4 Milliarden Euro. Aber auch die sogenannten Extrahaushalte – Fonds, Einrichtungen und Unternehmen in kommunaler Trägerschaft, die vor allem aus Kämmerern gespeist werden – kämpfen mit massiven Problemen. Ihr Defizit verfünffachte sich auf 2,5 Milliarden Euro.
Ausgaben schießen in die Höhe
Ein Hauptgrund für die angespannte Lage ist das unaufhaltsame Wachstum der Ausgaben. Allein um 5,6 Prozent, also 22,4 Milliarden Euro, stiegen die bereinigten Ausgaben der Kommunen auf insgesamt 423,3 Milliarden Euro. Besonders stark schlugen die Personalausgaben zu Buche (+6,8 Prozent auf 113,4 Milliarden Euro), bedingt durch Tarifsteigerungen und einen Aufstockung des Personals.
Soziallast steigt
Auch die Ausgaben für Sozialleistungen kletterten weiter an (+5,9 Prozent auf 90,0 Milliarden Euro). Vor allem die Kosten für Eingliederungshilfen (SGB IX, +11,2 Prozent auf 25,2 Milliarden Euro) und für Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII, +8,8 Prozent auf 20,0 Milliarden Euro) belasten die Kassen. Einzig die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz konnten um 10,9 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro gesenkt werden. Die Ausgaben für Investitionen stiegen zwar nur um 3,5 Prozent, nach deutlichen Zuwächsen in den Vorjahren.
Steuereinnahmen zeigen Lichtblick
Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer: Die bereinigten Einnahmen der kommunalen Haushalte erhöhten sich 2025 um 4,1 Prozent auf 391,4 Milliarden Euro. Entscheidend hierfür war ein Plus von 7,5 Prozent beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Auch die Gewerbe- und Umsatzsteuer brachten mehr ein. Die Grundsteuern, im Zuge der Reform, blieben auf dem Vorjahresniveau.
