Streitpunkt Krankengeld
Die Debatte um die Entlastung von Unternehmen im Krankheitsfall von Mitarbeitern spitzt sich zu. Laut einem Bericht der „Bild“ prüfen die politischen Spitzen von Union und SPD einschneidende Maßnahmen, die Arbeitnehmer direkt betreffen könnten.
Weniger Lohnfortzahlung?
Im Raum steht die Idee, die Dauer der Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber von aktuell sechs Wochen zu verkürzen. Das würde bedeuten, dass Kranke schneller auf das oft niedrigere Krankengeld der Kassen angewiesen wären.
Nur noch einmal im Jahr?
Eine weitere diskutierte Variante sieht vor, dass Arbeitgeber nur noch einmal im Kalenderjahr zur Lohnfortzahlung verpflichtet wären. Bei erneuter Krankheit müsste dann unmittelbar die Krankenkasse einspringen.
Karenztage statt Lohn ab Tag eins
Zudem wird die Wiedereinführung eines „Karenztages“ erwogen. Das würde bedeuten, dass der Lohn nicht mehr vom ersten, sondern erst vom zweiten Krankheitstag an gezahlt wird. Dies böte finanzielle Entlastung für Unternehmen, ginge aber zu Lasten der Beschäftigten.
Einigung unter Druck
In Regierungskreisen wird betont, dass letztlich nur eine geeinte Beschlussfassung Bestand haben wird. Beide Koalitionspartner stünden unter Druck, die Kosten im Griff zu behalten, was offensichtlich auch die Krankentage umfassen soll.

