Mehrheit setzt auf ChatGPT und Co. - Furcht vor Kompetenzverlust

KI-Nutzung an Unis: Bedenken bei Studenten wachsen

Studenten im Lesesaal einer Bibliothek (Symbolbild/Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Knapp neun von zehn Studierenden in Deutschland greifen beim akademischen Schreiben auf Künstliche Intelligenz zurück. Laut einer Studie der Goethe-Universität Frankfurt überwiegen zwar die praktischen Vorteile wie Ideenfindung, doch eine wachsende Zahl der Befragten äußert Bedenken hinsichtlich möglicher Kompetenzverluste.

Routine oder Risiko?

Die Zahlen sprechen für sich: 89 Prozent der befragten Studierenden nutzen inzwischen KI-Tools wie ChatGPT zur Unterstützung. Hauptzwecke sind der Einstieg in die Thematik, die Generierung von Ideen und die sprachliche Feinjustierung von Texten. Eine schnelle Hilfe im oft stressigen Universitätsalltag.

Sorge vor Denk-Stillstand

Doch die Begeisterung ist getrübt. Fast die Hälfte (45,5 Prozent) der Studierenden fürchtet, dass sie durch die KI-Nutzung verlernen, kritisch zu denken. Viele haben zudem das nagende Gefühl, weniger Eigenleistung erbracht zu haben.

Zeitdruck und Unsicherheit

Trotz dieser Bedenken entpuppt sich die Verlockung des einfachen Weges als stark. 72 Prozent der Befragten geben zu, KI auch für komplette Übernahmen von Aufgaben, beispielsweise beim Lesen, zu nutzen. Schuld seien oft Zeit- und Notendruck oder schlichtweg Schreibschwierigkeiten.

Aufruf zum Handeln an Hochschulen

Die Studienautorin Nora Hoffmann warnt, dass das Bewusstsein für den Wert des eigenständigen Schreibens schwinden könnte. Sie appelliert an die Hochschulen, klare, fachspezifische Regeln für den KI-Einsatz zu etablieren und die Vermittlung grundlegender Schreib- und Lesekompetenzen zu stärken, damit der akademische Nachwuchs nicht auf wichtigen Fähigkeiten verlernt.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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