Sorge vor Knappheit wächst

Kerosin-Krise: Opposition poltert gegen Ampel

Kerosin-Krise: Opposition poltert gegen Ampel

Kerosin wird an einer Tankstelle abgefüllt. Symbolbild (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Warnung der Internationalen Energieagentur (IEA) vor einer möglichen Kerosin-Knappheit in Europa befeuert die Kritik der Opposition an der Bundesregierung. Vor allem die Grünen und die Linke werfen der Ampel Planlosigkeit und eine zu starke Abhängigkeit von fossilen Strukturen vor. Reisewünsche und die Stabilität der Wirtschaft stehen auf dem Prüfstand.

Rüffer und Schwerdtner attackieren Regierung

Die Sorge vor Engpässen bei Kerosin wächst. Nach einer Warnung der Internationalen Energieagentur (IEA) sehen sich führende Politiker der Opposition bestätigt: Die Bundesregierung agiere zu zögerlich. „Die Energiekrise zeigt schonungslos, wie abhängig wir noch immer von fossilen Strukturen sind – und wie planlos diese Bundesregierung darauf reagiert“, zitiert die „Rheinische Post“ die Grünen-Abgeordnete Franziska Brantner.

Brantner spricht die Folgen für die Bürger direkt an: „Die Menschen würden das an der Zapfsäule spüren, aber auch an der wachsenden Sorge, ob der Sommerurlaub wie geplant stattfinden könne.“ Statt Fluggastrechte einzuschränken, müsse der Verbrauch gesenkt und klimaschädlicher Luxus wie Privatjets konsequenter besteuert werden. „Wer jetzt Fluggastrechte beschneiden will, statt den Verbrauch zu senken und klimaschädlichen Luxus wie Privatjets konsequent zu bepreisen, setzt die falschen Signale – auch gegenüber einer Wirtschaft, die dringend Planungssicherheit braucht“, ergänzt Brantner.

Die Grünen-Politikerin kritisiert zudem das Tempo beim Aufbau einer nachhaltigen Kerosinproduktion. „Dass seit einem Jahr nicht über eine grüne Kerosin-Fabrik entschieden wird, obwohl Projekte und Mittel bereitstehen, ist ein politisches Versäumnis.“ Stattdessen würden die Zuständigkeiten zwischen Finanz- und Wirtschaftsministerium zur öffentlichen Auseinandersetzung führen.

Linke fordert Flugverbote

Auch die Linken-Vorsitzende Ines Schwerdtner wirft Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) vor, eine drohende Knappheit zu ignorieren. „Dass Reiche die Augen vor einer drohenden Knappheit verschließt, fügt sich in das Bild einer überforderten Ministerin, die vor allem die Interessen ihrer Lobbyfreunde im Blick hat und nicht das große Ganze“, sagte Schwerdtner der Zeitung.

Schwerdtner fordert drastische Maßnahmen: Privatflüge sowie Flüge unter 500 Kilometern oder mit einer Zugreisezeit von unter fünf Stunden sollten untersagt werden. „Es kann nicht sein, dass Superreiche weiterhin mit Privatjets unterwegs sind und dadurch ein ohnehin knappes Gut weiter verknappen“, so die Politikerin.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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