Wechsel an der Spitze des BGH
Die bayerische Juristin Karin Angerer gilt als Favoritin für das Amt der Präsidentin des Bundesgerichtshofs (BGH). Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete am Donnerstag unter Berufung auf gut informierte Kreise, dass ein entsprechender Vorschlag der Unionsfraktion im Bundestag auf breite Zustimmung stößt. Auch die SPD und das Bundesjustizministerium sollen demnach ihren Segen für die Personalie gegeben haben. Die aktuelle BGH-Präsidentin, Bettina Limperg, scheidet Ende August aus dem Dienst aus.
Richterwahlausschuss tagt
Der Weg für Angerer ist nun geebnet. Am 10. Juni wird der Richterwahlausschuss voraussichtlich ihre Wahl zur Richterin am Bundesgerichtshof vorbereiten. Der Ausschuss, bestehend aus 16 Landesministern und ebenso vielen Bundestagsabgeordneten, kommt auf Einladung der Bundesjustizministerin zusammen. Nach dieser Hürde ist noch ein Beschluss des Bundeskabinetts nötig, um Angerer zur Präsidentin des obersten deutschen Gerichts für Straf- und Zivilsachen zu ernennen.
Erfahrung in verschiedenen Justizebenen
Die 62-jährige Angerer blickt auf eine lange und facettenreiche Karriere im Justizwesen zurück. Sie begann 1993 als Staatsanwältin in München und sammelte nach ihrer Promotion an der Freien Universität Berlin Berufserfahrung im bayerischen Justizministerium sowie bei der EU-Kommission. Später wechselte sie in die Richterschaft und war unter anderem am Landgericht München II und am Oberlandesgericht München tätig. Neun Jahre leitete sie ein Referat im bayerischen Justizministerium, bevor sie von 2021 bis 2023 das Justizprüfungsamt Bayern leitete. Seit 2023 steht sie an der Spitze des Oberlandesgerichts Bamberg. Zudem ist sie seit zwei Jahren nebenamtliche Richterin am Bayerischen Verfassungsgerichtshof.
