Alarmierende Zahlen aus Berlin
Ein beunruhigender Trend zeichnet sich ab: Rund zehn Prozent der Bundesbürger sind im Jahr 2023 Opfer von Cyberkriminalität geworden. Dies geht aus dem aktuellen Cybersicherheitsmonitor hervor, einer Gemeinschaftsstudie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK).
Online-Shopping als Top-Ziel
Der häufigste Straftatbestand in diesem Bereich war Betrug beim Onlineshopping. Auch bei Online-Banking-Transaktionen, Fremdzugriffen auf Online-Konten und Phishing-Attacken hatten es Kriminelle auf die Bürger abgesehen.
Informationslücken und Schutzverhalten
Die Studie offenbart alarmierende Lücken beim Schutzverhalten der Bevölkerung. Nur 14 Prozent informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit, weitere 40 Prozent beschäftigen sich nur hin und wieder damit. Grundlegende Schutzmaßnahmen wie starke Passwörter oder Antivirenprogramme sind nicht einmal der Mehrheit (55 bzw. 54 Prozent) bekannt.
Spürbare Folgen für Opfer
Die Folgen der Cyberkriminalität sind für die Betroffenen oft gravierend. So berichten 88 Prozent von einem erlittenen Schaden, und immerhin ein Drittel (33 Prozent) musste finanzielle Verluste hinnehmen.
Mehr Aufklärung und sichere Standards gefordert
BSI-Präsidentin Claudia Plattner betont die Notwendigkeit, Cybersicherheit für Verbraucher einfacher und verständlicher zu gestalten. Dazu bedürfe es niedrigschwelliger Informationen und die Befähigung von Lehrkräften, das Thema in den Unterricht zu integrieren. Hersteller digitaler Produkte seien gefordert, Sicherheit zum Standard zu machen, so Plattner.
Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK, unterstreicht, dass Cyberkriminalität längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei. Prävention, Aufklärung und entschlossenes Vorgehen der Strafverfolgungsbehörden seien entscheidend, um den digitalen Raum sicherer zu machen.

