Unfallrisiko in Deutschland: Ernüchternde Zahlen
Mehr als jeder Zehnte leidet jährlich unter einer Unfallverletzung, die einen Arztbesuch notwendig machte. Das Robert-Koch-Institut (RKI) untermauert diese besorgniserregende Statistik nun mit einer aktuellen Auswertung des Panels „Gesundheit in Deutschland“ 2024. Hochgerechnet bedeutet dies, dass sich jährlich etwa 7 Millionen erwachsene Menschen in Deutschland verletzen.
Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Bei Frauen lag die Zahl der ärztlich behandelten Unfallverletzungen im vergangenen Jahr bei 9,5 Prozent, bei Männern bei 10,5 Prozent. Eine scharfe Altersgrenze gibt es nicht, doch auffällig sind die jungen Männer zwischen 18 und 29 Jahren mit einer Prävalenz von 15,1 Prozent. Bei Frauen zeigt sich eine U-förmige Verteilung: Neben jungen Frauen sind auch die über 80-Jährigen überdurchschnittlich häufig von Unfällen betroffen.
Heim und Garten: Die unterschätzten Gefahrenzonen
Die traurige Bilanz zeigt: Die meisten Unfälle geschehen dort, wo man sich am sichersten fühlt – zu Hause. Mit 36 Prozent ereignete sich die letzte Unfallverletzung im häuslichen Umfeld, sei es in der Wohnung, im Garten oder in der Garage. Jeweils ein Viertel der Unfälle fand im Straßenverkehr oder in der Freizeit statt. Arbeits- und Bildungsstätten machten 16 Prozent aus. Auffällig ist, dass Frauen deutlich öfter zu Hause verunfallen, während Männer häufiger bei der Arbeit verletzt werden.
Stürze: Die heimtückischste Unfallursache
Stürze sind mit 30,4 Prozent die mit Abstand häufigste Ursache für ärztlich behandelte Verletzungen. Mit zunehmendem Alter steigt dieses Risiko dramatisch an. Bei den über 80-Jährigen ist etwa jeder zweite Unfall auf eine Sturzverletzung zurückzuführen. Die häufigsten Verletzungen sind dabei Verrenkungen, Verstauchungen und Bandverletzungen. Aber auch offene Wunden, Prellungen und Knochenbrüche sind weit verbreitet. Bei 22 Prozent der Unfälle diagnostizierten die Ärzte einen Knochenbruch. Nicht zu unterschätzen ist auch die Schwere der Verletzungen: Fast jeder fünfte Betroffene musste stationär im Krankenhaus behandelt werden, mit einer durchschnittlichen Verweildauer von fast zehn Nächten.



