Peseschkian entschuldigt sich bei betroffenen Ländern

Iran will Angriffe auf Nachbarn einstellen

Foto: Iran (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat eine deutliche Reduzierung der militärischen Operationen gegen Nachbarländer angekündigt. Unter bestimmten Umständen sollen keine weiteren Raketen und Drohnen abgefeuert werden, es sei denn, der Iran wird selbst angegriffen. Zugleich entschuldigte er sich bei den Staaten, die bislang ins Visier Teherans gerieten.

Schwenk in der iranischen Außenpolitik?

Nach Wochen wachsender Spannungen im Nahen Osten hat der iranische Präsident Massud Peseschkian eine spürbare Einschränkung der militärischen Aktivitäten des Landes angekündigt. Im iranischen Staatsfernsehen erklärte Peseschkian am Samstag, dass künftig keine weiteren Angriffe auf Nachbarländer mehr erfolgen sollen. Auch der Einsatz von Raketen werde unterlassen, sofern nicht ein Angriff auf den Iran selbst von diesen Ländern ausgehe. Diese Ankündigung könnte auf eine Deeskalation in der Region hindeuten.

Peseschkian ging sogar einen Schritt weiter und sprach eine Entschuldigung bei jenen Nachbarländern aus, die von iranischen Militäraktionen betroffen waren. Seit Beginn des Konflikts zwischen Israel und den USA seien, so Agenturangaben, 13 Menschen in den Golfstaaten durch iranische Angriffe ums Leben gekommen, darunter ein elfjähriges Mädchen in Kuwait. Die Opferbilanz unterstreicht die Brisanz der bisherigen Eskalation.

Gegenüber Israel und den USA bleibt man kämpferisch

Mit Blick auf die Hauptakteure des regionalen Konflikts, Israel und die USA, zeigte sich Präsident Peseschkian jedoch unverändert angriffslustig. Er formulierte eine klare Botschaft an die Adressaten: „Die Feinde müssen ihren Wunsch nach der Kapitulation des iranischen Volkes mit ins Grab nehmen“. Ein klares Signal, dass trotz der Entspannungssignale an die Nachbarschaft die Grundkonfrontation fortbesteht.

Gleichzeitig rief Peseschkian die Golfstaaten ausdrücklich dazu auf, sich nicht zum „Spielball des Imperialismus“ machen zu lassen. Er warnte die regionalen Akteure zugleich davor, iranisches Territorium anzugreifen. Die Klarheit dieser Botschaften steht im Kontrast zur Unsicherheit, ob die angekündigte Einschränkung der Angriffe tatsächlich unmittelbar wirksam wird. Bereits nach Peseschkians Rede gab es Berichte über Abfangjäger über den Vereinigten Arabischen Emiraten und Sirenenalarm in Bahrain, was auf fortwährende Spannungen hindeutet.