Der Konflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran hat die Weltwirtschaft in Alarmbereitschaft versetzt. Besonders deutlich zeigt sich das an den Energiemärkten: Der Ölpreis https://www.finanzen.net/rohstoffe/oelpreisist innerhalb weniger Tage drastisch gestiegen.
Die wichtige Nordseesorte Brent kletterte zeitweise auf fast 120 US-Dollar pro Barrel (159 Liter). Am Morgen lag der Preis immer noch bei rund 115 Dollar – ein Anstieg von etwa 24 Prozent innerhalb kurzer Zeit.
Seit Beginn der militärischen Eskalation vor etwas mehr als einer Woche hat sich der Ölpreis damit um rund 50 bis 60 Prozent verteuert.
Ölpreise erreichen höchsten Stand seit Jahren
Auch die US-Ölsorte WTI legte deutlich zu. Sie sprang zeitweise ebenfalls auf über 113 Dollar pro Barrel. Dieses Niveau wurde zuletzt 2022 nach Beginn des Ukraine-Kriegs erreicht.
Noch Ende Februar lag der Ölpreis bei etwa 70 Dollar pro Barrel. Inzwischen sind die Folgen auch für Verbraucher spürbar: Die Spritpreise steigen deutlich. An einigen Tankstellen in Deutschland wurde zuletzt bereits Super-Benzin für mehr als 2,50 Euro pro Liter verkauft.
Straße von Hormus wird zum globalen Risiko
Hintergrund der Preissprünge ist die Lage in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Handelsrouten für Energie weltweit. Durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert.
Doch seit den Angriffen auf den Iran und den Gegenangriffen Teherans passieren kaum noch Tanker die Region. Die Straße von Hormus ist seit mehr als einer Woche faktisch blockiert.
Die Folgen sind dramatisch:
Jeden Tag fehlen dem Weltmarkt rund 20 Millionen Barrel Öl.
Mehrere Golfstaaten mussten ihre Öl- und Gasproduktion bereits teilweise stoppen.
Gaspreise steigen ebenfalls stark
Auch der europäische Gasmarkt reagiert nervös auf die Lage. Der Preis für den richtungsweisenden TTF-Gaskontrakt in Amsterdam sprang zeitweise um 30 Prozent auf knapp 70 Euro pro Megawattstunde.
Seit Beginn des Konflikts hat sich der Gaspreis damit nahezu verdoppelt. Besonders problematisch für Europa: Asiatische Staaten suchen ebenfalls nach Alternativen für ihre Energieimporte – und bieten oft höhere Preise für Flüssiggas.
Erste LNG-Tanker, die ursprünglich nach Europa unterwegs waren, haben Berichten zufolge bereits ihren Kurs nach Asien geändert.
Börsen weltweit unter Druck
Die steigenden Energiepreise haben auch die Aktienmärkte erfasst. In Deutschland fiel der DAX nach Handelsstart zunächst deutlich und rutschte zeitweise unter die Marke von 23.000 Punkten.
Noch heftiger reagierten die Börsen in Ostasien. In Tokio brach der Nikkei-Index zeitweise um rund sieben Prozent ein. Auch der südkoreanische Kospi-Index verlor zwischenzeitlich etwa acht Prozent.
Besonders stark betroffen sind Fluggesellschaften, deren Aktien deutlich nachgaben. Treibstoff gehört neben Personalkosten zu den größten Ausgaben der Branche.
Ölpreise könnten weiter steigen
Energieexperten warnen, dass die Lage noch deutlich eskalieren könnte. Sollte der Konflikt länger andauern oder weitere Förderländer ihre Produktion stoppen müssen, könnte der Ölpreis weiter steigen.
Der Energieminister von Katar warnte bereits vor Preisen von bis zu 150 Dollar pro Barrel.
Viele Analysten vergleichen die Situation bereits mit der Ölkrise der 1970er Jahre, die damals weltweit zu wirtschaftlichen Einbrüchen führte.
Trump versucht zu beschwichtigen
US-Präsident Donald Trump spielte den Preisanstieg dennoch herunter. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die kurzfristig höheren Ölpreise seien „ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt“.
In Großbuchstaben fügte er hinzu:
„Nur Idioten würden das anders sehen.“
G7 beraten über Notmaßnahmen
Angesichts der Situation beraten die G7-Staaten gemeinsam mit der Internationalen Energieagentur (IEA) über mögliche Gegenmaßnahmen.
Diskutiert wird unter anderem eine Freigabe strategischer Ölreserven, um die Preise zu stabilisieren und Engpässe zu verhindern.
Doch Experten warnen: Selbst wenn der Krieg schnell endet, könnte es Wochen oder Monate dauern, bis sich die Energieproduktion wieder normalisiert.
Quellen und Hintergrundberichte:
BBC News, Financial Times, The Guardian, The Economist, Montel News sowie öffentliche Diskussionen auf Reddit.

