Fokus auf menschliche Bedürfnisse

Hendrik Streeck fordert Paradigmenwechsel im Gesundheitssystem

Hendrik Streeck fordert Paradigmenwechsel im Gesundheitssystem
Hendrik Streeck am 13.11.2025, via dts Nachrichtenagentur
Der CDU-Politiker Hendrik Streeck plädiert für ein Umdenken im deutschen Gesundheitssystem. Er betont die Notwendigkeit, in einer alternden Gesellschaft die menschlichen Bedürfnisse hochbetagter Patienten stärker in den Vordergrund zu rücken und von einer reinen Lebensverlängerung als höchstes Ziel abzukommen. Streeck äußert Bedenken bezüglich der aktuellen Anreizstrukturen.
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Der CDU-Gesundheitspolitiker Hendrik Streeck hat in der Debatte um die medizinische Versorgung von Hochbetagten nachgelegt und ein Umdenken im Gesundheitssystem sowie mehr Fokus auf die menschlichen Bedürfnisse der Patienten gefordert. „Wie verbinden wir in einer alternden Gesellschaft das, was Menschen brauchen, mit dem, was unsere Innovationen ermöglichen – und was würdevoll ist? Es geht nicht ums Sparen, sondern darum, Menschen etwas zu ersparen: Wie wir sie in ihren letzten Lebensphasen verantwortungsvoll begleiten – statt sie aus falschen Anreizen zu überversorgen“, schreibt Streeck in einem Gastbeitrag für die „Rheinische Post“ (Samstagsausgabe).

„Der Reflex lautet oft: Lebensverlängerung ist immer das höchste Ziel. Doch wer je erlebt hat, wie ein hochbetagter Mensch auf einer Intensivstation um sein Leben ringt, weiß: Nicht alles, was medizinisch möglich ist, ist auch menschlich vertretbar“, argumentiert Streeck. „Wenn die Wahrscheinlichkeit zu sterben größer ist, als die zu genesen, dürfen weder Kosten noch theoretische Möglichkeiten entscheiden. Sondern der Wunsch des Menschen. Seine Würde. Sein Frieden“, so der CDU-Politiker.

In Deutschland würden ältere, hoch fragile Menschen nicht selten „tot operiert“ – nicht aus Böswilligkeit, sondern weil das System falsche Anreize setze. „Ein minimalinvasiver Herzklappenersatz oder die fünfte Hüftprothese – Eingriffe, die technisch brillant, rechtlich abgesichert und lukrativ sind – werden allzu oft durchgeführt, ohne dass die entscheidende Frage gestellt wird: Verbessert das das Leben? Oder verlängert es nur Leiden?“, mahnt Streeck.

Er fordert: „Manchmal ist die größere Fürsorge, nicht alles zu tun, was man kann. Diese Debatte gehört in die Ärzteschaft – ihre Selbstverwaltung ist essenziell. Aber sie gehört auch in die Gesellschaft, etwa über den Ethikrat.“ Und weiter: „Wir müssen Gesundheit vergüten, statt Krankheit. Wir müssen Pflegekräfte, Hausärzte und Angehörige stärken, damit Behandlung zuhause möglich ist. Und wir müssen in Strukturen investieren, die Würde ermöglichen – statt in Eingriffe, die Erlöse bringen, aber keine Lebenszeit“, so Streeck.

(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)

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