Bessere Erklärung nötig
„Hört auf mit dem Quatsch“, appelliert Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, an die Bundesregierung. Die Reformen müssten der Bevölkerung verständlicher erklärt werden, um die Akzeptanz zu erhöhen. „Die sind doch nicht blöd, die wissen auch, dass sich etwas ändern muss.“
Schröder als Vorbild?
Vassiliadis sieht in seinen Augen Parallelen zur Agenda 2010 unter Gerhard Schröder. Der damalige Kanzler habe es geschafft, einen schmerzhaften Prozess gegen die eigene Klientel durchzusetzen, weil er eine stichhaltige Begründung lieferte: die Senkung von Millionen Arbeitslosen. Nun sei die Union als Kanzlerpartei gefordert, ähnliche Führungsstärke zu zeigen.
Mehr als Windräder
Gemeinsam mit Gewerkschaften und Verbänden müsse eine positive Zukunftsperspektive für Deutschland entwickelt werden. Eine Vision, die mehr biete als die bloße Erwähnung von Windrädern zur Lösung aller Probleme. „Wir müssen eine Idee entwickeln, wie unsere Zukunft aussehen kann.“
Reformen scharf kritisiert
Die aktuelle Debatte um Reformvorschläge sei „falsch aufgesetzt“. Anstatt den Bedarf sachlich zu erklären, würden Regierungsmitglieder über „Lifestyle-Teilzeit“ oder die Häufigkeit von Krankmeldungen des Kanzlers sinnieren, kritisiert Vassiliadis. Bei der Gesundheitsreform fordert er kreativere Lösungen zur Kosteneinsparung, bevor die Beitragszahler stärker belastet werden.
Mehrwertsteuer als Option
Der Gewerkschafter schlägt vor, die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel abzuschaffen. Dies würde Krankenkassen und insbesondere Langzeitkranke entlasten, die oft selbst für Medikamentenkosten aufkommen müssten.