Angst im Cockpit
Die Stimmung unter den Bahnbeschäftigten ist angespannt. Mehr als 4.000 Mitglieder der EVG haben an einer Umfrage teilgenommen, deren Ergebnisse nun vorliegen. Erschreckenderweise offenbart die Befragung, dass 30 Prozent der Befragten über eine Kündigung nachdenken. Als Hauptgrund für diese Überlegungen nannten sie eine wachsende Unsicherheit und die Zunahme von Gewalt im Arbeitsalltag.
Täter oder Opfer?
Die Zahlen sind alarmierend: Zwei Drittel der Befragten fühlen sich auf der Arbeit zunehmend unsicher. Die Hälfte von ihnen hat bereits körperliche Übergriffe erlebt. Beschimpfungen, Beleidigungen und Bedrohungen sind für 85 Prozent der Mitarbeiter, die direkten Kundenkontakt haben, an der Tagesordnung.
System am Wanken
Kristian Loroch, stellvertretender EVG-Vorsitzender, schlägt Alarm: „Die ausufernde Gewalt bringt das ganze System ins Wanken.“ Er betont, dass ein derartiger Personalverlust für kein Unternehmen zu kompensieren sei. „Bahnunternehmen und Politik müssen das Problem endlich in den Griff bekommen. Sonst könnten bald massenhaft Züge und Busse wegen Personalmangels stehenbleiben.“
Lange Schatten über der Bahn
Die Umfrageergebnisse spiegeln einen bereits länger bestehenden negativen Trend wider, der im tragischen Tod des Schaffners Serkan C. im November vergangenen Jahres eine traurige Zuspitzung fand. Bereits zwischen 2014 und 2023 hatte sich die Zahl der Körperverletzungen im Bahnverkehr von rund 1.500 auf über 3.000 pro Jahr mehr als verdoppelt.
Forderungen der Belegschaft
Die von der EVG vertretenen Mitarbeiter wünschen sich vor allem mehr Doppelbesetzungen in den Zügen und eine Aufstockung des Sicherheitspersonals. Jeder Zweite fordert zudem die stärkere Präsenz der Bundespolizei bei Risikofahrten. Besonders drastisch sind die Forderungen unter den Busfahrern: Neun von zehn wünschen sich dringend mehr Notrufoptionen, besser geschützte Bereiche und eine flächendeckende Videoüberwachung.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)



