Finanzkommission kritisiert Sparprogramm

Gesundheitsreform: Neue Risiken für Beitragszahler

Gesundheitsreform: Neue Risiken für Beitragszahler

Gesundheits-Kommission legt Vorschläge vor (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Gesundheitsministerin Nina Warkens (CDU) muss sich Kritik von der Finanzkommission Gesundheit gefallen lassen. Während viele Vorschläge der Experten übernommen wurden, warnt Vize-Chef Ferdinand Gerlach vor einer „Doppelbelastung“ der Beitragszahler. Insbesondere eine geplante Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze stößt auf Widerstand.

Lob und Sorge aus Expertenkreis

Die Finanzkommission Gesundheit hat sich die Sparpläne von Gesundheitsministerin Nina Warkens (CDU) genau angesehen. Das Ergebnis: Viel Lob für die Übernahme zahlreicher Vorschläge des Expertengremiums. „Zunächst einmal für erfreulich“, bezeichnete Ferdinand Gerlach, stellvertretender Vorsitzender der Kommission, die Annahme der Ideen. Gerlach leitet das Institut für Allgemeinmedizin an der Frankfurter Goethe-Universität.

Beitragslimit als Risiko

Doch es gibt auch deutliche Kritik. Gerlach sieht insbesondere in der geplanten Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze um 300 Euro ein Problem. Die Kommission hatte sich klar gegen diesen Schritt ausgesprochen. Die Befürchtung: Gutverdiener könnten vermehrt in die private Krankenversicherung abwandern. „Die Gutverdiener dauerhaft aus der gesetzlichen Rente zu vertreiben, ist ein Risiko“, so Gerlach.

Doppelter Griff in die Tasche?

Eine weitere Sorge der Kommission ist die sogenannte „Lohnüberwälzung“. Zwar werden die zusätzlichen Kosten auf dem Papier zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern geteilt. Langfristig könnten höhere Ausgaben der Unternehmen aber zu geringeren Lohnsteigerungen für die Beschäftigten führen. Damit droht den Beitragszahlern eine doppelte finanzielle Belastung.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

Methodik-Hinweis:
insideBW prüft Informationen nach redaktionellen Standards. Wie wir arbeiten? Mehr dazu: Quellen & Methodik .