Branchenverband schlägt Alarm
Der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) befürchtet ernste Konsequenzen nach den Plänen der Bundesregierung. Konkret geht es um die Streichung der kostenlosen Mitversicherung für Ehepartner, eine Maßnahme, die zur Sanierung der Krankenkassen beitragen soll. Doch gerade Selbstständige am unteren Einkommensende könnten dadurch massiv belastet werden.
„Wir gehen davon aus, dass die Zahl der nebenberuflich Selbstständigen und der entsprechenden Gründungen deutlich abnimmt“, sagte VGSD-Vorstandschef Andreas Lutz der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er rechnet damit, dass viele ihre berufliche Unabhängigkeit aufgeben müssen, um die steigende Kostenlast zu stemmen. Die Alternative sei oft, den Traum vom eigenen Business zu begraben und in einen abhängigen Midijob zu wechseln – oder die Selbstständigkeit so stark auszubauen, dass sie mit familiären Verpflichtungen kollidiert.
Die Zahlen sprechen Bände
Lutz rechnet vor: Selbstständige zahlen als freiwillig Versicherte mindestens 240 Euro pro Monat allein für Kranken- und Pflegeversicherung. Bei einem monatlichen Gewinn von nur 650 Euro blieben nach Abzug dieser Kosten und der Rentenversicherung nur noch 290 Euro netto. Ein Angestellter im vergleichbaren Midijob hingegen verfüge nach Abzug der Sozialabgaben über etwa 633 Euro.
Forderung nach fairer Beitragsbemessung
Diese „soziale Schieflage“ will der Verband nicht hinnehmen. Gefordert wird eine grundlegende Reform der Beitragslogik. „Wenn die Familienversicherung fällt, muss im Gegenzug eine faire, einkommensabhängige Beitragsbemessung eingeführt werden“, so Lutz.


