Medikamenteninformationen künftig digital
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) plant, den klassischen Papier-Beipackzettel bei Medikamenten weitgehend abzuschaffen. Dies sei Teil der Umsetzung eines EU-Pharmapakets in deutsches Recht. Unternehmen müssten künftig digitale Packungsbeilagen bereitstellen, die Funktionen wie automatische Übersetzungen oder Vorleseoptionen bieten.
Patienten sollen aber nicht leer ausgehen: In der Apotheke soll es weiterhin gedruckte Informationen geben. Jeder Patient habe zudem das Recht, einen ausgedruckten Beipackzettel zu erhalten, betonte Warken. Dies soll Menschen entgegenkommen, die aus unterschiedlichen Gründen den gedruckten Zettel bevorzugen.
Entlastung für Therapeuten und Ärzte
Das geplante Gesetzespaket bündelt mehrere Maßnahmen zur Bürokratieentlastung. So sollen in der Psychotherapie künftig alle 24 Sitzungen auf einmal verordnet werden können, statt wie bisher 12. Auch der Konsiliarbericht entfällt bei Vorliegen einer Überweisung oder wenn die Behandlung auf einen Krankenhausaufenthalt folgt.
Für Mediziner wird eine Bagatellgrenze von 300 Euro bei den Wirtschaftlichkeitsprüfungen eingeführt. Davon seien rund 70 Prozent der Prüfungen betroffen, so die Ministerin. Bei Sanitätshäusern sollen Betriebsbegehungen nur noch bei konkretem Anlass stattfinden.
Iran-Konflikt: Sorge um Arzneimittelversorgung
Warken äußerte sich besorgt über mögliche Auswirkungen des Konflikts am Golf auf die Arzneimittelversorgung. Die Blockade der Straße von Hormus könnte Lieferwege verlängern und zu Preissteigerungen führen. Dennoch sehe sie aktuell keinen akuten Handlungsbedarf, da die Medikamentenlager gut gefüllt seien. Die Regierung stehe im Austausch mit den relevanten Akteuren.
(Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)




