Islamismus bleibt Hauptsorge
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe sieht sich mit einer Flut von Fällen konfrontiert, die primär dem islamistischen Terrorismus zuzuordnen sind. Aktuell laufen 269 Verfahren gegen 347 Beschuldigte. Fast die Hälfte davon betrifft mutmaßliche Mitgliedschaften in terroristischen Organisationen wie dem IS oder den Taliban. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend: Allein 2024 wurden 125 neue Fälle registriert, 2025 kamen weitere 180 hinzu. Die Verknüpfung zu Tatorten in Syrien, Irak und Afghanistan ist dabei häufig gegeben.
Besorgnis über Spionage und Sabotage
Erschreckend hoch ist die Zahl der Verfahren wegen Spionage und Sabotage. Seit Beginn des Jahres 2024 leitete der GBA 16 Verfahren gegen 24 Beschuldigte ein, zumeist wegen Spionage für ausländische Dienste. Im laufenden Jahr kamen vier weitere dazu, womit derzeit 20 solcher Verfahren anhängig sind. „Der Anstieg seit 2024 ist besorgniserregend. Das zeigt, mit welchen Bedrohungen von außen wir konfrontiert sind“, kommentiert die Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic die Entwicklung.
Reichsbürger-Netzwerk im Visier
Auch die rechtsextreme Szene und insbesondere die „Reichsbürger“ rücken stärker in den Fokus. Während im Vorjahr nur drei Verfahren zu verzeichnen waren, hat sich die Zahl der neuen Ermittlungen im Jahr 2025 drastisch erhöht: 78 Verfahren wurden eingeleitet. Im Zentrum steht dabei ein mutmaßliches Netzwerk, dem ein geplanter Umsturz und Angriffe auf kritische Infrastruktur vorgeworfen werden.
Rechtsextremistische Strukturen insgesamt führten 2025 zu neun neuen Verfahren, insgesamt sind zwölf Verfahren mit 35 Beschuldigten anhängig.
Linksextremismus: RAF-Fälle und Infrastruktur-Attentate
Im Bereich des Linksextremismus laufen derzeit 28 Verfahren gegen 32 Beschuldigte. 2025 wurden zwei neue Verfahren gegen elf Personen eingeleitet. Ein Teil dieser Fälle bezieht sich auf mutmaßliche Taten der Roten Armee Fraktion (RAF) aus vergangenen Jahrzehnten. Anschläge auf kritische Infrastruktur werden auch Personen aus dem linksextremen Spektrum zugerechnet, allerdings konnten Ermittler laut eigenen Angaben bisher keine Verbindungen nach Russland belegen.