Tarifbindung gleicht Lohngefälle aus

Gender Pay Gap: Lohnunterschied bei Männern und Frauen schere auseinander

Gender Pay Gap: Lohnunterschied bei Männern und Frauen schere auseinander
Foto: Zwei Frauen unterhalten sich am Schreibtisch (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Während Frauen ohne Tarifvertrag mehr und mehr Lohn im Vergleich zu Männern verlieren, zeigt sich bei tarifgebundenen Beschäftigten ein gegenteiliger Trend. Die Bundesregierung liefert neue Zahlen, die die Debatte um gerechte Bezahlung neu befeuern.

Lohnunterschied wächst bei Nicht-Tarifbeschäftigten

Der Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen hat sich in Deutschland für Beschäftige ohne Tarifvertrag in den letzten zehn Jahren merklich vergrößert. Frauen verdienten 2014 durchschnittlich 3,76 Euro weniger pro Stunde als ihre männlichen Kollegen. Neun Jahre später, im Jahr 2023, lag dieser Unterschied laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion bereits bei 4,03 Euro.

Tarifverträge als Gleichmacher?

Ein positiveres Bild zeichnet sich dagegen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab, die unter einen Tarifvertrag fallen. Hier hat sich das Lohngefälle im gleichen Zeitraum verringert. Lag der Unterschied 2014 noch bei 4,40 Euro, so sank er bis 2023 auf 4,03 Euro. Diese Zahlen unterstreichen die dispersive Wirkung von Tarifverträgen: Sie führen nicht nur insgesamt zu höheren Löhnen, sondern tragen auch dazu bei, die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern zu reduzieren.

Linksfraktion fordert mehr Tarifbindung

Pascal Meiser, arbeitspolitischer Sprecher der Linksfraktion, sieht in diesen Daten eine klare Bestätigung. „Die Zahlen der Bundesregierung zeigen noch einmal deutlich, dass Tarifverträge nicht nur generell zu höheren Löhnen führen, sondern dass in tarifgebundenen Betrieben auch die Lohndifferenz zwischen Frauen und Männern deutlich geringer ist“, erklärte er. Jede Initiative zur Stärkung der Tarifbindung sei somit ein wichtiger Schritt in Richtung Gleichstellung und fairer Bezahlung für Frauen. Die Daten stammen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Linken-Fraktion, über die die „Rheinische Post“ berichtet. (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt)