Markt meidet Einspeicherung – Winter könnte kritisch werden

Gefahr am Horizont: Deutschlands Gasspeicher so leer wie seit vier Jahren nicht

Gasspeicher (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

Die Füllstände der deutschen Erdgasspeicher sind besorgniserregend niedrig. Mit nur rund 26 Prozent am 1. Mai liegt Deutschland auf einem Niveau wie im Krisenwinter 2021/2022. Energieunternehmen sehen offenbar keinen Anreiz zur Bevorratung, was laut Experten im kommenden Winter zu erheblichen Versorgungsengpässen führen könnte.

Speicherfüllstandalarm

Die Initiative Energien Speichern (Ines) schlägt Alarm: Die durchschnittliche Füllmenge in Deutschlands Gasspeichern beträgt Anfang Mai gerade einmal 26 Prozent. Dieser Wert ist so niedrig wie seit vier Jahren nicht mehr. Besonders bedenklich: Experten warnen bereits vor möglichen Engpässen im kommenden Winter.

Wirtschaftliche Zwickmühle

Der Grund für die leeren Speicher liegt auf der Hand. Die aktuell hohen Marktpreise für Gas schrecken Unternehmen davon ab, größere Mengen einzulagern. Sie spekulieren darauf, Gas für den Winter günstiger einkaufen zu können. Doch genau hierin liegt das Problem: Ein Anspruch auf Lieferung könnte bestehen, doch die physische Verfügbarkeit des Gases ist nicht garantiert.

Experten warnen vor Knappheit

Die Analysen von Ines zeigen für den Winter 2026/2027 düstere Szenarien auf. Insbesondere in den Monaten Januar, Februar und März 2027 könnten Versorgungslücken von insgesamt 20 Terawattstunden (TWh) auftreten. Bei einem kalten Winter, vergleichbar mit dem Referenzjahr 2010, könnten an einzelnen Tagen mehr als 35 Prozent des Gasbedarfs nicht gedeckt werden.

Nur 76 Prozent bis November?

Aktuell deutet sich auf dem Markt ein Füllstand von 76 Prozent bis zum 1. November an. Doch selbst diese Marke genügt den Speicherbetreibern nicht. „Wir wissen bereits aus dem letzten Winter, dass eine Buchungs- und Befüllungssituation in Höhe von 76 Prozent nur reicht, wenn das Wetter mitspielt“, so die Einschätzung. Die Abhängigkeit von milden Temperaturen erhöht das Risiko zusätzlich.

Quelle
  • (Mit Material der dts Nachrichtenagentur erstellt) Redaktionelle Bearbeitung: insideBW-Redaktion.

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